Zwei vor dem Bankrott stehende italienische Banken sollen nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) in Italien abgewickelt werden und nicht über Kriseneinrichtungen der EU. Die beiden Kreditinstitute Banca Popolare di Vicenza und Veneto Banca seien wahrscheinlich nicht überlebensfähig, teilte die EZB am Freitagabend mit. Die Bedingungen für eine Rettung seien aber nicht gegeben.

Die EZB habe den Banken Zeit gegeben, um einen Rettungsplan zu erstellen. Es seien aber keine glaubwürdigen Lösungen unterbreitet worden. Die europäische Bankenabwicklungsbehörde SRM (Single Resolution Mechanism) habe daher entschieden, dass für die Abwicklung nicht der SRM, sondern die italienischen Behörden zuständig seien.

Die italienische Regierung versicherte, man werde dafür sorgen, den Bankbetrieb aufrechtzuerhalten und Kontoinhaber und erstrangige Gläubiger zu schützen. Am Wochenende werde die Regierung über das Vorgehen beraten, teilte das italienische Finanzministerium mit. Die Großbank Intesa Sanpaolo hatte bereits angeboten, unter Umständen den guten Teil der Geldhäuser für einen symbolischen Preis zu übernehmen.

Von der Europäischen Kommission hieß es, sie führe konstruktive Diskussionen mit den italienischen Behörden über die Vorschläge Italiens, Staatshilfen für die Banken zu organisieren. Es gebe Fortschritte im Hinblick auf eine sehr rasche Lösung.

Anfang Juni hatte die EZB in ihrer Funktion als oberste Bankenaufseherin der Eurozone den SRM in Spanien eingeschaltet. Dort wurde die Bank Banco Popular in einem Notverkauf für den symbolischen Preis von einem Euro an die Großbank Santander vor dem Zusammenbruch bewahrt. Damit wurde erstmals der im Januar 2016 in Kraft getretene SRM genutzt, der verhindern soll, dass Steuerzahler mit Milliardensummen für insolvente Banken bezahlen müssen.