Nach dem Rücktritt mehrerer Minister hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron seine erste Regierungsumbildung abgeschlossen. Das freigewordene Justizressort werde die Juristin Nicole Belloubet übernehmen, teilte der Generalsekretär des Élyséepalastes, Alexis Kohler, mit.

Die Regierung von Premier Édouard Philippe war nach der Parlamentswahl am Wochenende traditionsgemäß zurückgetreten. Außenminister bleibt Jean-Yves Le Drian. Neue Europaministerin wird Nathalie Loiseau, die bisherige Chefin der Elitehochschule ENA. Die frühere Bahnmanagerin Florence Parly wird neue Verteidigungsministerin. Sie löst in diesem Amt die zurückgetretene Zentrumspolitikerin Sylvie Goulard ab.

Die Umbildung fiel umfangreicher aus, weil zuvor insgesamt drei Minister zurückgetreten waren. Sie gehören zur Zentrumspartei MoDem. Die Justiz prüft Vorwürfe, wonach Mitarbeiter der Partei für einen Teil ihrer Arbeitszeit als parlamentarische Assistenten von EU-Abgeordneten bezahlt wurden, ohne wirklich für sie zu arbeiten. Auch der zur Macron-Partei La République en Marche gehörende Wohnungsbauminister Richard Ferrand, der wegen einer Immobilienaffäre in die Kritik geraten war, gehört dem neuen Kabinett nicht mehr an.