US-Präsident Donald Trump zufolge wird Indien ein Partner für die Vereinigten Staaten im Kampf gegen radikalislamischen Terrorismus. Beide Länder seien von dem "Bösen des Terrorismus" und der Ideologie betroffen, die die Extremisten antreibe, sagte Trump bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi im Rosengarten des Weißen Hauses. "Wir werden radikalislamischen Terrorismus zerstören", so Trump.

Der indische Ministerpräsident betonte, sichere Zufluchtsorte für Terroristen müssten ausgelöscht werden. Dabei nahm Modi, in dessen Heimatland rund 175 Millionen Muslime leben, offenbar Bezug auf den Konflikt Indiens mit Pakistan. Das Nachbarland toleriert und fördert aus Sicht Indiens extremistische Gruppen. Modi sagte, die USA und Indien wollten ihren Austausch von Geheimdienstinformationen
verbessern.

Vor der Zusammenkunft der beiden Staatenlenker hatten die USA einen
hochrangigen Rebellenführer aus Pakistan, Syed Salahuddin, als
"globalen Terroristen" verurteilt. Er ist der Kommandeur der Gruppe
Hizbul Mujahideen in der Region Kaschmir. Indien lobte den Schritt.

Drohnenverkäufe nach Indien

Die Trump-Regierung will Indien nach eigenem Bekunden mit besserer
Verteidigungstechnologie ausstatten. So genehmigte das
Außenministerium den Verkauf von C-17 Militärtransportflugzeugen im
Wert von 365 Millionen Dollar (fast 326 Millionen Euro). Zudem strebt
die US-Regierung einen zwei Milliarden Dollar starken Verkauf von
Drohnen an, mit denen Neu-Delhi den Indischen Ozean überwachen soll.

Unstimmigkeiten gab es in Handelsfragen. Trump sieht in Indien einen
jener Staaten, die er wegen der Handelsüberschüsse mit den USA
kritisierte. Es sei wichtig, dass Hürden für den Export von US-Waren
auf den indischen Markt aufgehoben würden, so der US-Präsident. Das
Handelsbilanzdefizit müsse reduziert werden. Im vergangenen Jahr lag
es bei rund 30 Milliarden Dollar.

Freundschaftliche Umarmung

Die persönliche Begegnung zwischen Modi und Trump war indes von einer fröhlichen Atmosphäre geprägt. Schon zu Beginn hatte Trump gescherzt: "Wir stimmen bei den meisten Themen überein. Und ich würde sagen, am Ende des Tages werden wir bei allem übereinstimmen. Ich habe da so ein Gefühl." Modi sei ein "großartiger Ministerpräsident", der Wirtschaftswachstum nach Indien gebracht habe. Dieser lobte Trump für seine erfolgreichen Erfahrungen in der Geschäftswelt und rief in seiner Stellungnahme gar das Mantra der Trump-Kampagne aus, Amerika wieder großartig zu machen ("making America great again").  Trump sagte, er habe sein Wahlkampfversprechen erfüllt, Indien "einen wahren Freund im Weißen Haus" zu geben. Er kündigte an, seine Tochter Ivanka Trump habe eine Einladung nach Indien für den kommenden Herbst akzeptiert.

Modi und Trump umarmten sich zudem öffentlich im Rosengarten, Videos der freundschaftlichen Geste kursierten schnell in den sozialen Netzwerken. Zuvor hatte Trump Modi und sich selbst als "weltweite Anführer in den sozialen Medien" bezeichnet. Beiden ginge es darum, dass Bürger direkt etwas von ihren gewählten Vertretern hören könnten  und sie direkt von den Bürgern. Trumps Twitteraccount hat 32,8 Millionen Follower, Modis mehr als 31 Millionen.