Ein kurdisch geführtes Militärbündnis hat Menschenrechtlern zufolge mit dem lange erwarteten Sturm auf Rakka begonnen, der Hauptstadt des "Islamischen Staats" in Nordsyrien. Im Morgengrauen hätten heftige Kämpfe gegen die Dschihadisten am nördlichen und östlichen Stadtrand eingesetzt, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. 

Kämpfer des kurdisch-arabischen Bündnisses SDF sind nach eigenen Angaben in die Stadt eingedrungen. "Unsere Streitkräfte sind in den östlichen Stadtteil Al-Meschleb in Rakka vorgerückt", sagte eine Kommandeurin der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) der Nachrichtenagentur AFP. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte, dass die SDF-Einheiten mehrere Gebäude in Al-Meschleb eingenommen hätten.

Die US-Armee unterstützt die Offensive auf Rakka aus der Luft. Auch US-Spezialeinheiten seien im Einsatz. Bei einem Luftangriff der US-geführten Militärkoalition sind nach Angaben von Aktivisten am Morgen 21 Zivilisten getötet worden. Die Menschen seien getroffen worden, als sie auf dem Fluss Euphrat in kleinen Booten vor der Dschihadistenmiliz fliehen wollten.

Die SDF hatten im November eine Offensive gestartet, um die Großstadt im Norden Syriens von den Dschihadisten zu erobern. Seitdem gelang es dem Bündnis aus kurdischen und arabischen Kämpfern mit Unterstützung der US-Armee die Stadt weitgehend abzuriegeln. Neben dem fast komplett eroberten Mossul im Irak gilt Rakka als wichtigste Stadt in den Händen des IS. 

Syrien - Soldatinnen kämpfen gegen den IS Ungefähr 1.000 Frauen der Demokratischen Kräfte Syriens liefern sich bei Rakka Kämpfe mit den Dschihadisten. Nicht alle Einheimischen haben Verständnis für die Kämpferinnen. © Foto: Screenshot/AFP