US-Präsident Donald Trump hat den Ausstieg aus dem globalen Klimaabkommen von Paris angekündigt. Seine Regierung wolle in neue internationale Verhandlungen zum Klimaschutz eintreten, um einen "fairen Deal" für die Vereinigten Staaten zu erreichen, sagte Trump. "Ich wurde gewählt, um Pittsburgh zu repräsentieren, nicht Paris."

Mit dem Schritt löse seine Regierung das Wahlversprechen ein, wonach in erster Linie die Interessen amerikanischer Arbeiter zu beachten seien, sagte Trump. "Das Abkommen wurde miserabel von der Obama-Regierung ausgehandelt und aus Verzweiflung unterschrieben." Er hingegen wolle die Interessen des amerikanischen Volkes beschützen, sagte der US-Präsident. Diese würden etwa auch im Kohleabbau liegen. Mit dem Pariser Klimaschutzabkommen werde diese Industrie aber bekämpft.

Trump begründete seine Entscheidung auch damit, dass das Abkommen den Umweltidealen der USA widersprechen würde. China dürfe der Vereinbarung zufolge seine Emissionen bis 2030 weiter steigern. Indien erhalte derweil "Milliarden über Milliarden an Entwicklungshilfe". Insgesamt sei das Abkommen "sehr unfair" und bedeute eine Umverteilung des Wohlstands auf Kosten der USA. Er werde sich daher um einen "besseren Deal" bemühen, sagte Trump. 

Die Regierungschefs von Deutschland, Frankreich und Italien wiesen die Forderung nach einer Neuverhandlung zurück: "Wir betrachten die im Dezember 2015 in Paris erzeugte Dynamik als unumkehrbar und sind der festen Überzeugung, dass das Übereinkommen von Paris nicht neu verhandelt werden kann, da es ein lebenswichtiges Instrument für unseren Planeten, unsere Gesellschaften und unsere Volkswirtschaften darstellt", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Trumps Ausstiegsbeschluss nehme man "mit Bedauern zur Kenntnis".

Mit der Entscheidung entspricht der US-Präsident den konservativen Kreisen seiner Regierung. Im Weißen Haus gelten Strategieberater Stephen Bannon und Berater Stephen Miller als größte Gegner des Klimaabkommens. Trumps Tochter Ivanka und ihr Ehemann Jared Kushner sollen gegen einen Austritt sein.

Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, aus dem Klimaschutzabkommen aussteigen zu wollen. Den menschengemachten Klimawandel hatte er als Erfindung bezeichnet. Auch die Umweltbehörde Epa hatte zuletzt für den Ausstieg geworben. In Umfragen sprachen sich etwa zwei Drittel der Amerikaner für einen Verbleib im Abkommen aus. Mit seiner Entscheidung setzt sich der US-Präsident über die Appelle zahlreicher internationaler Verbündeter sowie den Großteil der US-Wirtschaft hinweg.

Merkel betont Wichtigkeit des Klimaschutzvertrags

Vor Trumps Entscheidung hatten sich zahlreiche Staaten weltweit zu dem Abkommen bekannt. "Unsere Worte zählen, und unsere Taten müssen Erfolge habe. China wird zu seiner Verantwortung stehen", sagte der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang bei einem Besuch in Berlin. Der Kampf gegen den Klimawandel liege im Interesse seines Landes. Russland bekräftigte ebenfalls, man stehe zum Abkommen. Auch Indien hatte sich ähnlich geäußert.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die große Bedeutung des Pariser Klimaschutzabkommens hervorgehoben. "Für Deutschland kann ich sagen, dass wir – natürlich auch eingebettet in den europäischen Rahmen – unsere Vorgaben aus dem Klimavertrag von Paris weiter erfüllen wollen", sagte die Kanzlerin. Das Abkommen stelle für sie einen "wesentlichen Vertrag" dar, "auch für die Gestaltung der Globalisierung". 

In dem Klimaschutzabkommen von Paris hatten sich 195 Staaten im Dezember 2015 darauf verständigt, die Erderwärmung durch den Treibhauseffekt auf "deutlich unter zwei Grad" im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Bisher haben 147 der Unterzeichnerstaaten das Klimaabkommen ratifiziert. Auch die USA gehören zu den Unterzeichnern, Trumps Vorgänger Barack Obama hatte die Klimaschutzbestrebungen der USA forciert. Die USA sind nach China der weltweit zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen. Neben Syrien und Nicaragua sind sie das einzige Land, das nicht mehr Teil des UN-Weltklimavertrags ist.