Nach wiederholten Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs und der Ausbeutung zieht der Kongo seine Blauhelmsoldaten aus der Zentralafrikanischen Republik ab. Eine Untersuchung habe gezeigt, dass innerhalb des Kommandos "systemische Probleme" bestünden, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. Die Situation sei durch Probleme bei Bereitschaft, Disziplin, Ausrüstung und Logistik der kongolesischen Truppe noch verschlimmert worden. 

Die UN haben dem Kongo die Erkenntnisse mitgeteilt; Präsident Denis Sassou-Nguesso habe daraufhin den Rückzug der Friedenstruppe beschlossen. Der Kongo hatte die internationale Minusca-Mission in dem Bürgerkriegsland nach UN-Angaben bisher mit 650 Soldaten unterstützt. Es war zunächst unklar, wie die Vereinten Nationen den Wegfall der Einheiten überbrücken wollen.

Ein Polizeikontingent von 140 kongolesischen Einsatzkräften bleibe aber vor Ort. Die UN betonten, das Fehlverhalten des Militärs reflektiere nicht die Leistung der Polizei.

Vorwürfe gegen Minusca-Soldaten mehrerer Länder

Gegen die seit 2014 bestehende UN-Friedensmission in der Zentralafrikanischen Republik sind immer wieder Missbrauchsvorwürfe erhoben worden; neben Blauhelmen aus afrikanischen Ländern gerieten auch französische Soldaten unter Verdacht. Mehr als hundert Frauen und Mädchen gaben laut UN an, von ausländischen Soldaten vergewaltigt worden zu sein. Die Minusca-Mission besteht aus etwa 12.000 Blauhelmen.

Die Zentralafrikanische Republik gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. 2013 rutschte sie in einen Bürgerkrieg, in dem sich Milizen der christlichen Mehrheit und der muslimischen Minderheit gegenüberstanden. Knapp 900.000 Menschen sind nach UN-Angaben auf der Flucht.