Kabul - Anschlag auf irakische Botschaft Afghanische Behörden sprechen von einem Selbstmordattentäter, der sich in die Luft gesprengt hat. Bei einer Schießerei mit Sicherheitskräften der Botschaft im Anschluss hat es weitere Tote gegeben. © Foto: Mohammed Ismail/Reuters

In der afghanischen Hauptstadt Kabul hat es einen Angriff auf die irakische Botschaft gegeben. Nach Angaben von Augenzeugen sprengte sich ein Selbstmordattentäter direkt vor der diplomatischen Vertretung in die Luft. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden drangen drei weitere Angreifer in das Gebäude ein und wurden während eines mehrstündigen Feuergefechts von der Polizei erschossen.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Angriff für sich. Zwei ihrer Kämpfer hätten das Tor mit Haftbomben aufgesprengt und die Botschaft gestürmt, hieß es auf Amak, einem Portal, das vom IS für die Veröffentlichung von Propagandamaterial genutzt wird. Demnach wurden sieben Wachleute bei dem Anschlag getötet. In einer Erklärung des Innenministeriums hieß es, ein Polizist sei verletzt worden.

Die irakische Botschaft befindet sich in Schar-e Naw, einem Viertel im Zentrum Kabuls. Die irakische Armee hatte den IS zuletzt aus ihrer bedeutendsten Hochburg im Irak, der Großstadt Mossul, vertrieben. Irakische Diplomaten hatten bereits kurz danach die Sorge geäußert, dass der IS im Ausland Anschläge verüben könnte, um von seinen Rückschlägen im Irak abzulenken.

In den vergangenen Wochen kam es in Kabul mehrmals zu schweren Anschlägen. Zuletzt wurden mindestens 35 Menschen bei einem Autobombenanschlag getötet, zu dem sich die radikalislamischen Taliban bekannt haben. Ende Mai war auch die deutsche Botschaft schwer beschädigt worden, als ein Selbstmordattentäter im Diplomatenviertel von Kabul einen mit 1.500 Kilogramm Sprengstoff beladenen Tanklaster in die Luft gesprengt hatte. Allein bei dieser Attacke wurden mehr als 150 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt.