Bei dem Generalstreik gegen die von Staatspräsident Nicolás Maduro geplante Verfassungsänderung hat es Ausschreitungen gegeben. Bei Unruhen seien zwei Menschen erschossen worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Menschenrechtsgruppen zufolge wurden bis zum späten Nachmittag mehr als 170 Menschen festgenommen. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Die Demonstranten wollen mit der um sechs Uhr Ortszeit begonnenen Arbeitsniederlegung die linksnationale Regierung unter Druck setzen, damit eine am 30. Juli geplante Wahl zu einer verfassungsgebenden Versammlung nicht stattfindet. Die Opposition wirft Maduro vor, das Gremium mit eigenen Anhängern besetzen zu wollen, um sich "diktatorische Vollmachten" zu sichern.

Der Generalstreik legte Teile der Hauptstadt Caracas lahm. Demonstranten brannten ein Post-Gebäude in der Nähe des staatlichen TV-Senders nieder und lieferten sich gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Vermummte zündeten Barrikaden in den reicheren Stadtteilen Caracas' an, die eher der Opposition nahestehen, und trennten dadurch die Gebiete vom Rest der Stadt ab. Die Polizei setzte Tränengas ein. Die öffentlichen Verkehrsmittel standen fast alle still.

Maduro erklärte im Staatsfernsehen, dass er mit seinen Plänen fortfahren werde. Hunderte der größten Firmen des Landes funktionierten laut Maduro trotz des Streiks zu "einhundert Prozent".

Am Sonntag hatten die konservativen und rechten Regierungsgegner ein symbolisches Referendum gegen die verfassungsgebende Versammlung veranstaltet. Daran beteiligten sich nach ihren Angaben rund 7,6 Millionen der rund 19 Millionen Wahlberechtigten im In- und Ausland. 95 Prozent stimmten demnach gegen die von Maduro einberufene Versammlung und für die Beibehaltung der Verfassung, die unter dem 2013 gestorbenen Präsidenten Hugo Chávez verabschiedet worden war.

Seit dem Beginn der fast täglichen Massenproteste gegen Maduro im April gab es knapp 100 Tote, Tausende Menschen wurden verletzt, Hunderte festgenommen.