Der Konflikt zwischen Sambias Präsident Edgar Lungu und der Opposition spitzt sich zu: Nach mehreren Großbränden, unter anderem in der Hauptstadt Lusaka, hat Lungu einen Ausnahmezustand ausgerufen. Er verdächtigt Regierungskritiker, die Brände gelegt zu haben: "Die Täter dieser unverantwortlichen Taten versuchen, meine Regierung unregierbar zu machen", sagte er. Sambia rutsche langsam in die Gesetzlosigkeit.

Das Notstandsgesetz muss zunächst vom Parlament bestätigt werden; es könnte etwa eine Ausgangssperre, weite Befugnisse für Militär und Polizei sowie die Schließung privater Medienhäuser bedeuten.

Lungu spricht von Sabotage

Unter anderem brannte der größte Markt der Stadt nieder. Obwohl die Ursache noch nicht erwiesen ist, bezeichnete Lungu die Brände  im staatlichen Fernsehen als "wirtschaftliche Sabotage". Wenn er, um gegen diese Sabotage vorzugehen, "einmal zum Diktator werde, habt Geduld mit mir", sagte er.

Seit der Verhaftung des Oppositionsführers Hakainde Hichilema im April nehmen die politischen Spannungen in dem afrikanischen Staat zu. Hichilema war unter dem Vorwurf des Verrats festgenommen worden, nachdem sein Konvoi angeblich dem Konvoi des Präsidenten die Vorfahrt genommen hatte. Er sitzt in einem Hochsicherheitsgefängnis. Im Juni wurden 48 Oppositionspolitiker wegen Missachtung des Staatschefs für 30 Tage vom Parlament suspendiert – fast alle Abgeordneten der oppositionellen Vereinigten Partei für Nationale Entwicklung (UPND).

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte Hichilemas Inhaftierung als "zynischen Plan, um jegliche politische Opposition in Sambia mundtot zu machen". Hichilema hatte Lungus knappen Wahlsieg im August vergangenen Jahres nicht anerkannt und war vor Gericht dagegen vorgegangen. Der Oppositionsführer wirft seinem Rivalen Wahlfälschung und politische Unterdrückung in Sambia vor. Der Staat im südlichen Afrika galt bislang als politisch relativ stabil.