Die französische Regierung will 4,5 Milliarden Euro einsparen. Wie Haushaltsminister Gérald Darmanin der französischen Zeitung Le Parisien sagte, soll dadurch die Defizitgrenze der EU in diesem Jahr eingehalten werden.

Die soziale Mindestsicherung für die Bevölkerung soll von den Sparmaßnahmen nicht betroffen sein. Auch Arbeitsstellen sollen nicht gestrichen werden, stattdessen sollen die Ministerien wirtschaftlicher agieren.

Laut Darmanin soll das Wirtschafts- und Finanzministerium bei einem Digitalisierungsprogramm 268 Millionen Euro sparen. Das Außenministerium etwa soll 282 Millionen Euro sparen, die Hälfte davon bei der Entwicklungshilfe. Auch das Innenministerium wurde angewiesen, die Kosten um 526 Millionen Euro senken – allerdings ohne dabei die Zahl der Polizisten zu verringern.

Mit diesen Maßnahmen will die französische Regierung erstmals seit zehn Jahren die Defizitobergrenze der Europäischen Union einhalten. Diese soll die Neuverschuldung auf drei Prozent der Wirtschaftsleistung begrenzen. Die EU-Kommission hatte Frankreich wiederholt Aufschub gewährt.

Der im Mai gewählte Präsident Emmanuel Macron hatte schon im Wahlkampf Sparmaßnahmen dieser Größenordnung angekündigt. So solle Frankreich auf europäischer Ebene wieder glaubwürdig werden. Frankreichs Premierminister Édouard Philippe hatte den aktuellen Schuldenstand von 2,15 Billionen Euro als "unerträglich" bezeichnet.