Nordkorea hat erneut eine Rakete abgefeuert. Nach Erkenntnissen des US-Militärs handelt es sich um eine Interkontinentalrakete. Das berichtete das Pentagon. Die Rakete sei etwa tausend Kilometer weit geflogen und in das Japanische Meer gestürzt.

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe teilte mit, dass ein Geschoss möglicherweise innerhalb der 200-Meilen-Zone Japans ins Meer gestürzt sei. Auch der südkoreanische Generalstab bestätigte einen Raketenstart. Das Trägersystem habe in der Provinz Jagang abgehoben, hieß es.

Abe berief eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats ein. "Wir werden die Information sofort analysieren und unser Äußerstes tun, um die Sicherheit des japanischen Volkes zu schützen", sagte der Ministerpräsident. Der japanische Rundfunksender NHK meldete, die Küstenwache habe eine Sicherheitswarnung an Flugzeuge und Schiffe herausgegeben. 

Kim Jong Un - Nordkorea hat erneut Rakete abgefeuert Das Geschoss sei möglicherweise innerhalb der 200-Meilen-Zone Japans ins Meer gestürzt, sagte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe am Freitag. © Foto: KCNA/Reuters

Erst Anfang Juli hatte das Land eine Interkontinentalrakete (ICBM) getestet, die vor Japan ins Meer stürzte. Dies hatte in Washington heftigen Protest und besorgte Reaktionen ausgelöst. Experten zufolge ist Nordkorea allerdings noch Jahre davon entfernt, eine Interkontinentalrakete mit einem atomaren Sprengkopf bestücken zu können.

Nordkorea hat wiederholt Raketen getestet und damit gegen Resolutionen der Vereinten Nationen (UN) verstoßen. UN-Sanktionen verbieten es dem Land, Raketen zu entwickeln oder zu testen. Dennoch hat die Führung in Pjöngjang vor allem seit Anfang vergangenen Jahres zahlreiche Raketen in bislang nie da gewesener rascher Folge getestet. Auch zwei der insgesamt fünf Atomtests fanden in diesem Zeitraum statt.