Nordkorea-Konflikt - Trump macht China für Nordkorea-Konflikt mitverantwortlich Nach dem zweiten Raketen-Test Nordkoreas hat US-Präsident Donald Trump China kritisiert. Die Volksrepublik habe nichts für die USA hinsichtlich des Nordkorea-Konflikts getan, schrieb Trump auf Twitter. © Foto: Korean Central News Agency/Korea News Service/AP

Angesichts der nuklearen Bedrohung aus Nordkorea haben der japanische Premier Shinzo Abe und US-Präsident Donald Trump das weitere Vorgehen gegen die Regierung in Pjöngjang besprochen. Trump habe zugesagt, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um Japan zu schützen, sagte Abe nach einem Telefongespräch. Er selbst habe Trumps Engagement in der Sache gelobt. Der Ministerpräsident kündigte an, das Verteidigungssystem seines Landes in Gemeinschaft mit den USA zu stärken.

US-Vizepräsident Mike Pence forderte Unterstützung von China. "Die andauernden Provokationen des Schurkenstaates in Nordkorea sind inakzeptabel, und die Vereinigten Staaten von Amerika werden weiterhin die Unterstützung von Ländern in der Region sowie weltweit einfordern, um Nordkorea wirtschaftlich und diplomatisch weiter zu isolieren", sagte Pence laut Fernsehsender CNN bei einem Besuch in Estland. Vor allem China, der engste Verbündete des international weitgehend isolierten Nordkoreas, ist nach den Worten von Pence in der Pflicht: "Wir glauben, dass China mehr tun sollte." Durch seine besondere Beziehung zu Nordkorea habe das Land eine "einzigartige Fähigkeit, Entscheidungen dieses Regimes zu beeinflussen".

Theoretische Reichweiten nordkoreanischer Raketensysteme, geschätzt und hochgerechnet

Theoretische Reichweiten nordkoreanischer Raketensysteme, geschätzt und hochgerechnet

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Auch die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, forderte China zur Unterstützung härterer Sanktionen auf. Der letzte Verbündete des nordkoreanischen Regimes müsse den Druck auf das Land erhöhen. Es ergebe keinen Sinn, eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates einzuberufen, wenn dabei nichts Greifbares herauskomme, sagte Haley. Eine weitere UN-Resolution, die den internationalen Druck auf Nordkorea nicht signifikant erhöhe, sei "wertlos". "Die Zeit des Redens ist vorüber", sagte Haley.

Das nordkoreanische Regime hatte am Freitag zum zweiten Mal binnen eines Monats eine Interkontinentalrakete getestet. Experten zufolge könnte diese in der Lage sein, Städte an der Westküste der USA zu erreichen. Die USA und Südkorea reagierten mit einem gemeinsamen Manöver auf den Raketentest. Zudem teilte das US-Pazifikkommando mit, die koreanische Halbinsel mit zwei Überschall-Langstreckenbombern überflogen zu haben.