Weil der prominente US-Senator John McCain operiert werden musste, würden die Beratungen über die Reform von Obamacare verschoben. Das erklärte der Mehrheitsführer der Republikaner im US-Senat, Mitch McConnell, am Samstagabend (Ortszeit). Der Republikaner McCain aus dem US-Staat Arizona musste wegen eines Blutgerinnsels über dem Auge behandelt werden. Bis sich McCain in seinem Heimatstaat von der Operation erholt habe, ginge es nicht weiter.

Entscheidung auf der Kippe

Trump hatte erst am Freitag an die Republikaner im Senat appelliert, den Gesetzentwurf noch vor der Sommerpause zu verabschieden. Die Republikaner wollten möglichst schon  kommende Woche darüber abstimmen. 

Die Reform soll das als Obamacare bezeichnete System von Trumps Vorgänger Barack Obama ersetzen und das Modell einer staatlichen Krankenversicherung für alle Amerikaner zum Teil rückabwickeln. Es gibt allerdings auch unter den Republikanern erhebliche Widerstände dagegen. Mehrere Senatoren ließen offen, ob sie den jüngsten Entwurf vom Donnerstag unterstützen werden. Die Republikaner verfügen in der Kongresskammer nur über eine knappe Mehrheit von 52 der 100 Sitze. Von den Demokraten erklärte keiner seine Zustimmung. Damit steht die Entscheidung auf der Kippe. Auch der nun erkrankte McCain hatte den US-Präsidenten regelmäßig offen kritisiert.

Schon im Juni hatten Befürworter des Gesetzentwurfs einen Rückschlag hinnehmen müssen: Eine unparteiische Untersuchung hatte ergeben, dass weitere 22 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherung dastünden, würde der Entwurf umgesetzt. Präsident Donald Trump hatte die Abschaffung von Obamacare zu einem seiner wichtigsten Wahlkampfversprechen gemacht. Bislang tun sich die Republikaner aber schwer, einen Ersatz zu finden. Das Repräsentantenhaus hatte im Mai die Pläne für das Gesetzesvorhaben verabschiedet.