Die Türkei hat die Liste, auf der angeblich terrorverdächtige deutsche Firmen gesammelt wurden, zurückgezogen. Dies teilte das Bundesinnenministerium mit und bestätigte damit einen Bericht des Spiegels. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers habe der türkische Innenminister bei einem Telefonat mit seinem deutschen Kollegen Thomas de Maizière (CDU) von einem "Kommunikationsproblem" der türkischen Polizeibehörden gesprochen.

Wie der Sprecher von de Maizière weiter ausführte, habe ihn sein türkischer Amtskollege Süleyman Soylu versichert, dass türkische Behörden weder in der Türkei noch in Deutschland gegen Unternehmen ermittelten, die auf einer Liste aufgeführt wurden. Zudem habe die Interpol-Direktion in Ankara ihre ursprüngliche Bitte an das Bundeskriminalamt zur Übermittlung von Informationen am vergangenen Samstag "förmlich zurückgezogen". Das nehme das Ministerium "als Klarstellung" zur Kenntnis, hieß es in Berlin.

In der vergangenen Woche hatte unter anderen DIE ZEIT darüber berichtet, dass deutsche Unternehmen auf einer Liste des türkischen Innenministeriums geführt wurden. Sie sollen terroristische Organisationen unterstützt haben. In dem Dokument finden sich Namen von Konzernen wie BASF und Daimler, aber auch von einem Spätkauf in Berlin und einem Dönerimbiss in Nordrhein-Westfalen.