In der Korruptionsaffäre um einen deutsch-israelischen U-Boot-Handel hat die israelische Polizei sieben Personen festgenommen. Den Verdächtigen wird laut Polizei unter anderem Geldwäsche, Betrug und Steuervergehen vorgeworfen.

Israel hatte bei dem deutschen Unternehmen ThyssenKrupp Marine Systems für angeblich mehr als eine Milliarde Euro drei U-Boote gekauft. Dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu wurde daraufhin vorgeworfen, er habe den Kauf gegen den Willen des Militärs und Verteidigungsministeriums durchgesetzt. Netanjahus Cousin und persönlicher Rechtsberater David Schimron hatte für den ThyssenKrupp-Vertreter in Israel gearbeitet.

Im November hatte der israelische Generalstaatsanwalt eine polizeiliche Untersuchung wegen eines möglichen Interessenkonflikts bei dem Kauf angeordnet. Seit Februar ermittelt auch das israelische Justizministerium. Nach Angaben des Ministeriums gilt Netanjahu aber nicht als Verdächtiger in dem Fall. Schimron und Netanjahu hatten die Vorwürfe zurückgewiesen. Netanjahu hatte sich nach eigenen Angaben beim Kauf der U-Boote nur von Sicherheitserwägungen leiten lassen. Sicherheitsexperten waren nach Medienberichten der Meinung, der Deal sei zu teuer, man wolle das Geld lieber in andere Waffensysteme investieren.

Laut Polizei sind nun sowohl Privatpersonen als auch Beamte festgenommen worden. Zu den Verdächtigen sollen der früheren Vizevorsitzende des Nationalen Sicherheitsrats Avriel Bar Josef, der ThyssenKrupp-Vertreter Micky Ganor sowie dessen Anwalt Ronen Schemer gehören. Ganor werde nun von Netanjahus Rechtsberater Schimron vertreten.

Der U-Boot-Deal hatte auch in Deutschland für Diskussionen gesorgt. Die Boote können mit Atomwaffen nachgerüstet werden, weshalb deren Lieferung in Deutschland umstritten war. Die deutsche Regierung hatte angekündigt, den Kauf mit rund 570 Millionen Euro zu bezuschussen.