Nur 36 Prozent der US-Amerikaner stimmen der Amtsführung des US-Präsidenten Donald Trump zu. Das ergab eine Umfrage der Washington Post und des Fernsehsenders ABC. Im April hatten in der Umfrage noch 42 Prozent angegeben, dass ihnen die Art, wie Donald Trump als Präsident arbeitet, zusagt.

Gleichzeitig stieg der Anteil derer, die seinen Kurs ablehnen von 53 Prozent auf 58 Prozent. Knapp die Hälfte der Befragten sind der Meinung, dass unter Trump die US-Führungsrolle in der Welt schwächer geworden ist. Sie trauen ihm nicht zu, gut mit anderen Staatschefs und vor allem mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu verhandeln. Auch die republikanischen Pläne für eine Gesundheitsreform sind nur halb so beliebt wie Obamacare. 

Am besten schneidet Trump bei der Wirtschaft ab: 43 Prozent geben ihm eine gute Note, 41 Prozent eine schlechte. Fast jeder Vierte ist jedoch der Meinung, dass Trump einen besseren Job macht als die meisten seiner Vorgänger.

Trump schrieb auf Twitter, dass die Zahlen der Washington Post und ABC während des Wahlkampfs eine der ungenauesten gewesen seien. Außerdem seien knapp 40 Prozent zu diesem Zeitpunkt nicht schlecht. Dabei hatte eine Umfrage von ABC und der Washington Post eine Woche vor der Wahl im November 2016 Trump knapp vor Clinton gesehen.

Bei den Anhängern der Republikaner hat Trump laut der Umfrage trotzdem weiterhin eine starke Basis, 82 Prozent stimmen seiner Amtsführung zu – nur zwei Prozent weniger als im April. Unter den Anhängern der Demokraten sind es elf Prozent, 32 Prozent unter denjenigen, die sich als "unabhängig" bezeichnen. Für die Umfrage wurden zwischen dem 10. und dem 13. April 1.000 Amerikaner befragt. 

Kalifornien - Grüner Strom gegen Trumps Klimapolitik Der Bundesstaat Kalifornien hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 seinen Strom zur Hälfte nachhaltig zu produzieren. Mit den ehrgeizigen Zielen trotzen die Einwohner dem Austritt aus dem Klimaschutzabkommen ihres Präsidenten. © Foto: Screenshot/AFP

Laut der Washington Post hatten Trumps demokratische Vorgänger Barack Obama und Bill Clinton während ihren Amtszeiten nie derart niedrige Werte. Der Republikaner George W. Bush schnitt in seiner zweiten Amtszeit ähnlich schlecht ab. Trump hatte im April die schlechteste 100-Tage-Bilanz eines US-Präsidenten seit den 1950er Jahren aufgewiesen.   

Im Mai hatte die Quinnipiac University US-Wählern die Frage gestellt: "Was ist der erste Begriff, der Ihnen einfällt, wenn Sie an Donald Trump denken?" Die mehr als 1.000 Befragten wählten am häufigsten die Worte: "Idiot", "inkompetent" und "Lügner", gefolgt von den Begriffen "Führer", "unqualifiziert" und "Präsident". Auch in der Umfrage war eine Zustimmungsrate von 36 Prozent ermittelt worden.