Die US-Regierung hat bis zu 15.000 zusätzlichen Saisonarbeitern aus dem Ausland eine vorläufige Arbeitserlaubnis erteilt. Heimatschutzminister John Kelly begründete den Schritt damit, dass US-Unternehmen auf die Arbeitskräfte angewiesen seien. Es stünden nicht genügend heimische Arbeitnehmer zur Verfügung, die über die notwendige Qualifikation und die Bereitschaft verfügten.

Bisher liegt die Grenze für sogenannte H-2B-Visa bei 66.000 im Jahr, aufgeteilt in zwei Jahreshälften. Diese Grenze wurde laut dem Arbeitsministerium bereits erreicht. Um Nachteile für die Unternehmen abzuwenden, sei diese Deckelung nun einmalig aufgehoben worden.

H-2B-Visa gelten für eine Reihe von zeitlich begrenzten Beschäftigungen, etwa im Fischfang, Tourismus oder im Baugewerbe. Sie gelten nicht für landwirtschaftliche Arbeit. US-Präsident Donald Trump nutzt selbst solche temporären Visa, um Saisonarbeiter für seine G0lf-Ressorts anzustellen.

Die Maßnahme widerspreche nicht Trumps America-First-Doktrin, sagten Vertreter des US-Heimatministeriums der Washington Post. Vielmehr gehe es dabei um die Stärkung von heimischen Unternehmen. Außerdem sei ein Beschwerdetelefon eingerichtet worden, bei dem US-Arbeitnehmer Missbrauch melden könnten.

Die H-2B-Visa genießen sowohl bei den Republikanern als auch bei den Demokraten einen guten Ruf. Nicht zuletzt deshalb, weil Abgeordnete ein Interesse daran haben, die Industrien und Gewerbe in ihren Heimat-Bundesstaaten zu unterstützen. Dennoch gibt es auch Kritik. "Viele der Argumente für solche Programme lassen sich auf einen Punkt herunterbrechen: Kein amerikanischer Arbeiter will diesen Job machen. Das ist eine Lüge. Eine Lüge. Es gibt keinen Job, den Amerikaner nicht machen würden", hatte der republikanische Senator von Oklahoma, Tom Cotton, bereits im Mai gesagt. Roy Beck, Präsident von NumbersUSA, einer Antieinwanderungs-Lobbygruppe, sagte: "Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Regierung und Kongress daran scheitern, ein Versprechen der Trump-Kampagne umzusetzen: Der US-Arbeiter zuerst."