Die USA haben Sanktionen gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro verhängt. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf die umstrittene Wahl  zur verfassungsgebenden Versammlung, teilte die US-Regierung mit. "Die illegitimen Wahlen bestätigen, dass Maduro ein Diktator ist, der den Willen des venezolanischen Volkes missachtet", sagte US-Finanzminister Steve Mnuchin. Der Regierung zufolge soll deshalb sein Vermögen in den USA eingefroren werden. Weiterhin sollen US-Bürgern alle Geschäfte mit ihm verboten werden.

"Indem die Vereinigten Staaten gegen Maduro Sanktionen verhängen, machen sie ihren Widerstand gegen die Politik seines Regimes und ihre Unterstützung für das Volk Venezuelas deutlich, das die Rückkehr seines Landes zu einer vollen und blühenden Demokratie anstrebt", sagte Mnuchin weiter.

Die Folgen der Sanktionen sind schwer abzuschätzen. Es ist fraglich, ob Maduro überhaupt Konten in den USA hat. In der Erklärung des Finanzministeriums wurden keine Vermögenswerte angeführt. Die Strafmaßnahme könnte daher rein symbolischer Natur sein.

Weltweite Kritik an der Wahl

Zunächst hatte die US-Regierung auch Sanktionen gegen den für Venezuela überlebenswichtigen Ölsektor in Erwägung gezogen. Davon sei man wegen möglicher Komplikationen mit ausländischen Zulieferern abgewichen, hieß es aus Regierungskreisen.

Die Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung am Sonntag war weltweit kritisiert worden. Neben mehreren lateinamerikanischen Ländern zweifelt auch die EU die Rechtmäßigkeit der Wahl an. Nur Bolivien reagierte mit Zustimmung. Trotz wochenlanger Proteste in Venezuela plant Maduro eine Verfassungsreform, die das Land laut Kritikern in eine Diktatur umwandeln könnte.

Die nun gewählten Mitglieder des Gremiums können alle anderen staatlichen Institutionen des Landes auflösen. Die Kriterien für die Zulassung der Kandidaten stellte Maduro auf. Ihm zufolge soll die Versammlung den "bewaffneten Aufstand" beenden und das Land befrieden. Maduro hatte den Wahlausgang als Erfolg gewertet. "Wir haben eine verfassungsgebende Versammlung", sagte er in der Nacht nach der Wahl vor Hunderten Anhängern in der Hauptstadt Caracas. Es sei die "größte Abstimmung für die Revolution".

Opposition wirft Regierung Wahlbetrug vor

Bereits in der vergangenen Woche hatte die US-Regierung Finanzsanktionen gegen 13 Funktionäre der Sozialisten verhängt. Im Februar verhängte sie auch Sanktionen gegen den Vizepräsidenten Tareck El Aissami. Ihm warfen die USA eine Verwicklung in den Kokainhandel vor. Maduro hatte Trump zuletzt gewarnt, "seine schmutzigen Hände" von Venezuela zu lassen.

Rund 19,4 Millionen Venezolaner waren aufgerufen, die 545 Mitglieder für eine verfassungsgebende Versammlung zu wählen. Laut der Wahlbehörde beteiligten sich rund 8,1 Millionen Bürger an der Wahl. Die Opposition, die die Wahl boykottiert hatte, warf der Regierung Wahlbetrug vor. Sie geht von nur 2,5 Millionen Wahlbeteiligten aus. Die Regierungsgegner fürchten, dass die neue Versammlung das Parlament ersetzen soll, wo sie selbst die Mehrheit haben. 

Die Volksabstimmung hatte Maduro Anfang Juni angesetzt, um seine Macht zu festigen. Bei den Protesten gegen ihn und seine Regierung wurden bislang mehr als 100 Menschen getötet. Auch am Wahltag selbst starben mehrere Menschen bei gewaltsamen Ausschreitungen. Nach Angaben der Opposition starben am Wochenende landesweit 16 Menschen, die Generalstaatsanwaltschaft hat bisher zehn Tote bestätigt.