122 Nationen haben bei den Vereinten Nationen für ein Verbot von Atomwaffen gestimmt – allerdings keine der Atommächte. Die neun bekannten Atommächte, darunter die fünf UN-Vetomächte USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich, hatten die Verhandlungen boykottiert. Auch die meisten Nato-Staaten beteiligten sich nicht an den Gesprächen. Von den anwesenden Ländern stimmte nur die Niederlande gegen den rechtlich bindenden Vertrag, Singapur enthielt sich.

Der Vertrag verpflichtet die Unterzeichner, niemals Atomwaffen zu entwickeln, zu testen, zu erwerben oder zu lagern. Elayne WhyteGómez, die Präsidentin der Konferenz, die den Vertrag aushandelte, sagte, darauf habe die Welt seit den Atomangriffen auf Hiroshima und Nagasaki gewartet. 

Mit dem Beschluss wollen die Unterstützer Druck auf die Atommächte für eine Abrüstung ausüben. Die Initiative für das Abkommen war unter anderem von Österreich, Neuseeland und Brasilien ausgegangen.

Die USA und andere Atommächte streben statt eines Komplettverbots von Atomwaffen an, den Atomwaffensperrvertrag zu stärken. Dieser soll die Verbreitung von Kernwaffen eindämmen.