Die britische Regierung verknüpft bei den Brexit-Verhandlungen die Frage nach der Grenze zwischen Irland und Nordirland mit den künftigen Handelsbeziehungen. Das Brexit-Ministerium erklärte, dass es keine "harte Grenze" mit strengen Pass- und Güterkontrollen wolle. Stattdessen solle ein neues Zollabkommen mit der EU so ausgestaltet werden, dass Grenzposten nicht notwendig seien.

Das Brexit-Ministerium hat für Mittwoch ein Positionspapier zur neuen EU-Außengrenze auf der irischen Insel angekündigt. Alle Seiten wollen Grenzposten verhindern. Noch ist aber unklar, wie das erreicht werden soll, wenn Großbritannien die Zollunion und den EU-Binnenmarkt verlässt.

Die irische Regierung befürchtet nicht nur gravierende wirtschaftliche, sondern auch politische Folgen und warnt nach dem jahrzehntelangen Nordirland-Konflikt vor einem Rückfall in "sektiererische Gewalt", sollte es wieder zu einer befestigten Grenze kommen.

Das Brexit-Ministerium erklärte dazu, bei dem Thema müssten beide Seiten "Flexibilität und Fantasie" aufbringen, und genau das werde das britische Positionspapier tun. Bereits am Dienstag hatte Großbritannien eine zeitlich begrenzte Zollunion nach dem Austritt aus der EU vorgeschlagen. In der Übergangszeit will London demnach die Handelsbeziehungen weltweit neu regeln.

Die EU-Kommission erklärte, sie nehme den Vorschlag zur Kenntnis. Doch müssten vor der Frage der künftigen Beziehungen Großbritanniens mit der EU die Modalitäten der Trennung weitgehend geregelt sein, darunter die künftigen Rechte der in Großbritannien lebenden EU-Bürger, die Erfüllung der finanziellen Verpflichtungen Großbritanniens sowie die Stellung Nordirlands.