Es wird eine Reihe von "detaillierten Positionspapieren" für die Brexit-Verhandlungen veröffentlicht, so das zuständige Ministerium des Vereinigten Königreichs. "Unternehmen und Bürger in Großbritannien und der EU wollen Fortschritt in den Gesprächen sehen", hieß es in einer Stellungnahme. Die britische Regierung habe die Hoffnung, die 27 anderen EU-Nationen zu überreden, mit der Verhandlung über eine "tiefe und besondere" künftige Beziehung zwischen der Union und Großbritannien zu beginnen. Aus Sicht der Briten gehört dazu ein Freihandelspakt.

Bislang verliefen die Verhandlungen zur Trennung Großbritanniens von der EU ohne Ergebnis. Einige EU-Vertreter hatten darüber ihre Ungeduld ausgedrückt. Aus ihrer Sicht können die Verhandlungen jedoch erst beginnen, wenn drei wesentliche Fragen geklärt sind: Wie viel Geld das Königreich der EU für den Austritt zahlen wird, ob Sicherheitskontrollen und Zölle an der irischen Grenze eingerichtet werden und wie der Status von EU-Bürgern gehandhabt wird, die in Großbritannien leben.

Bezüglich der künftigen EU-Außengrenze zwischen der Republik Irland und dem britischen Nordirland wird befürchtet, eine solche Grenze könne zu wirtschaftlichen Einbußen führen und alte Wunden in der Ex-Bürgerkriegsregion aufreißen. Zudem leben rund 3,2 Millionen EU-Bürger im Vereinigten Königreich und 1,2 Millionen Briten in der EU. Deren Bleiberechte gelte es zu klären.

Gestritten wird auch über die finanziellen Forderungen Brüssels an Großbritannien von bis zu 100 Milliarden Euro. London wäre nach einem britischen Zeitungsbericht zur Zahlung von etwa 40 Milliarden Euro bereit, falls die EU im Gegenzug die Verhandlungen über ein künftiges Handelsabkommen öffne. Brüssel will jedoch nicht über künftige Beziehungen zu London sprechen, bevor nicht ausreichend Fortschritte bei den Scheidungsfragen erreicht sind.

Die EU verlangt von London bis Ende August Klarstellungen zu allen wichtigen Brexit-Fragen. Der britische Brexit-Minister David Davis forderte hingegen, die EU solle sich bei ihren Positionen bewegen. Die Gespräche begannen Ende Juni. Eine dritte Verhandlungsrunde ist am 28. August in Brüssel geplant. Großbritannien wird Ende März 2019 die Staatengemeinschaft verlassen.