Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­bri­el (SPD) hat nach­drück­lich vor einer mi­li­tä­ri­schen Es­ka­la­ti­on der Krise um Nord­ko­rea ge­warnt. Zugleich rief er zu verbaler Mäßigung auf. "Ich bin in ech­ter Sorge davor, dass rhe­to­ri­sche Es­ka­la­tio­nen und ge­gen­sei­ti­ges Hoch­schau­keln in einem mi­li­tä­ri­schen Kon­flikt enden kön­nen", sagte Ga­bri­el der Bild am Sonntag.

"Das nord­ko­rea­ni­sche Nu­kle­ar- und Ra­ke­ten­pro­gramm ist eine erns­te Ge­fahr für den in­ter­na­tio­na­len Frie­den, weit über Korea und die Re­gi­on hin­aus", sagte Gabriel dem Blatt weiter. Alle Sei­ten seien nun ein­dring­lich auf­ge­ru­fen, "sich aus der Spi­ra­le rhe­to­ri­scher und tat­säch­li­cher Pro­vo­ka­tio­nen her­aus­zu­be­we­gen".

Zu­gleich appellierte Ga­bri­el an China und Russ­land, mä­ßi­gend auf den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un ein­zu­wir­ken: "Jetzt muss die Stun­de der Di­plo­ma­tie sein. Wir for­dern des­halb auch Pe­king und Mos­kau auf, ihren Ein­fluss auf Nordko­rea zu nut­zen, um eine Spi­ra­le hin zu einer be­waff­ne­ten Kon­fron­ta­ti­on zu ver­hin­dern", sagte Gabriel.

Auch die EU solle mit allen ihr zur Ver­fü­gung ste­hen­den di­plo­ma­ti­schen Mit­teln an einer fried­li­chen Lö­sung des Kon­flikts mit­ar­bei­ten, fügte er hinzu. Man müsse sich mit allem Nach­druck dafür ein­set­zen, dass wei­te­re Pro­vo­ka­tio­nen un­ter­blie­ben.