Ungeachtet der Streitigkeiten mit den USA haben Mexiko und Venezuela Hilfe für die Opfer der Überschwemmungen im US-Bundesstaat Texas angeboten. US-Außenminister Rex Tillerson dankte seinem mexikanischen Kollegen Luis Videgaray bei einem Treffen in Washington für das seinen Worten zufolge großzügige Angebot in diesen "sehr, sehr schwierigen Zeiten". Er fügte hinzu: "Wir sind Nachbarn, wir sind Freunde und Freunde machen so etwas." Die von Mexiko angebotene Summe ließ Tillerson offen.

Videgaray hatte in seinem am Sonntag übermittelten Hilfsangebot an den benachbarten Bundesstaat Texas auch den Streit um die von US-Präsident Donald Trump geplante Mauer an der Grenze zu Mexiko angesprochen: Er erinnerte daran, dass sein Land nicht für die Finanzierung aufkommen werde. Trump will mit der Mauer die illegale Einwanderung aus dem Süden verhindern. Er besteht darauf, dass Mexiko die Kosten trägt.

Venezuela bot Hilfe für die Flutopfer an, obwohl das Land unter einer Wirtschaftskrise leidet und die USA unlängst Wirtschaftssanktionen verhängt hatten. Außenminister Jorge Arreaza sprach von einer Geste der "Solidarität jenseits aller politischen Differenzen". Venezuela wolle bis zu fünf Millionen Dollar für betroffene Familien in Houston und Corpus Christi zur Verfügung stellen. "Wir werden immer an der Seite des Volkes der USA stehen." 

Das Geld soll laut Arreaza von Citgo genommen werden, der in Houston ansässigen Tochterfirma des von den Sanktionen direkt betroffenen venezolanischen Ölkonzerns PDVSA. Citgo könne auch beim Wiederaufbau zerstörter Häuser helfen, sagte Arreaza.