Der japanische Premierminister Shinzo Abe bildet laut Medien sein Kabinett aufgrund sinkender Zustimmungswerte in der Bevölkerung um. Neuer Außenminister wird den Berichten zufolge Taro Kono. Er gilt als liberaler Reformer. Der bisherige Außenminister Fumio Kishida soll das Kabinett verlassen und ein höheres Amt in der regierenden Liberaldemokratischen Partei übernehmen. Kishida wird als Favorit für die Nachfolge Abes als Parteichef gehandelt.

Ministerin für Inneres und Kommunikation soll Seiko Noda werden, die als innerparteiliche Rivalin Abes gilt und bei der letzten Wahl um die Parteiführung gegen ihn antrat. Verteidigungsministerin Tomomi Inada, eine Vertraute Abes, war vergangene Woche zurückgetreten. Ihr wurde vorgeworfen,  Unterlagen zu einer UN-Friedensmission im Südsudan unter Verschluss gehalten zu haben. Ihr Nachfolger wird Itsunori Onodera.

Abes Regierung hatte zuletzt nur noch eine Zustimmung von weniger als 30 Prozent der Bevölkerung. Das ist der niedrigste Wert seit Abes Amtsantritt im Dezember 2012. Der Premier ist derzeit in mehrere Skandale um mögliche Gefälligkeiten verwickelt. Er soll seinen Einfluss genutzt haben, um Freunden Vorteile zu gewähren.

In einem Fall soll er einem Freund dabei geholfen haben, eine Tierarztschule im Westen Japans zu eröffnen. Abe hat die Vorwürfe bei einer Anhörung im Parlament bestritten. Er will erst später von den Plänen seines Vertrauten erfahren haben. Die Opposition beschuldigt Abe deshalb der Falschaussage. Außerdem wird Abe und seiner Frau Akie Abe vorgeworfen, einer ultranationalistischen Schule Geld gespendet zu haben.

Japans Liberaldemokratische Partei hatte extra ihre Satzung geändert, um Abe eine dritte Amtszeit an ihrer Spitze zu ermöglichen. Im Herbst 2018 wird die Partei einen neuen Parteichef wählen.