Nach dem Vorwurf der Manipulation der Präsidentschaftswahl sind in Kenia Unruhen ausgebrochen, mindestens drei Menschen starben. Die Polizei eröffnete das Feuer auf aufgebrachte Anhänger von dem Oppositionskandidat. Im Bezirk Tana River drangen Angreifer mit Macheten bewaffnet in ein Wahllokal ein und wurden von Sicherheitskräften niedergeschossen. Ein Journalist der kenianischen Nachrichtenagentur berichtete, die Angreifer hätten zuvor Wahlurnen und Laptops der Wahlkommission zerstört.

Der wohl unterlegene Herausforderer Raila Odinga hatte zuvor behauptet, Hacker hätten das Wahlergebnis manipuliert. Der Oppositionspolitiker hatte auch 2007 und 2013 kandidiert und verloren. Auch nach der Wahl von 2007 war wegen ethnischer Rivalitäten Gewalt ausgebrochen. Mehr als 1.000 Menschen starben.

Odinga sagte, Hacker hätten sich mit der Identität des kurz vor der Wahl ermordeten IT-Chefs der Wahlkommission, Christopher Msando, in das Computersystem der Behörde eingeloggt. Er sprach von einem Angriff auf die Demokratie und dem größten Wählerdiebstahl in der Geschichte des Landes. Verantwortlich dafür sei Kenyattas Jubilee-Partei. "Diesmal haben wir sie erwischt", twitterte Odinga.

Kurz darauf gingen in den Slums von Nairobi und in der Oppositionshochburg Kisumu Demonstranten auf die Straßen. Sie zündeten Reifen an, errichteten Straßensperren und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, wie Augenzeugen schilderten. In Kisumu setzte die Polizei Tränengas ein. 

Im Wahlkreis South Mugirango im Südwesten eröffnete die Polizei das Feuer und tötete einen Menschen, wie ein örtlicher Polizeikommandeur mitteilte. In Nairobi wurden nach Polizeiangaben zwei Männer erschossen, als sie versuchten, die Demonstrationen für Diebstähle auszunutzen. In vielen anderen Teilen Kenias blieb es ruhig. Dennoch fühlten sich viele an die Unruhen 2007 erinnert.

Kerry: Kenias Wahlsystem ist sicher

Die Wahlkommission verteidigte sich und schrieb, es habe weder vor noch während oder nach der Wahl am Dienstag irgendeine Beeinflussung gegeben. Der Leiter einer internationalen Wahlbeobachtermission, Ex-US-Außenminister John Kerry, sagte, Kenia sei offensichtlich sehr gut in der Lage, sein Wahlsystem abzusichern.

Kenyatta liegt mit mehr als 54 Prozent der Stimmen nah Angaben der Wahlkommission klar vor Odinga mit etwas mehr als 44 Prozent. Wann genau der amtliche Wahlsieger bekannt gegeben werden sollte, wurde nicht bekannt. Die Wahlkommission hat dafür bis zu eine Woche Zeit.

Kenia - Uhuru Kenyatta führt Bei der Präsidentschaftswahl in Kenia liegt Uhuru Kenyatta mit 55 Prozent der Stimmen in Führung. Sein Herausforderer Raila Odinga erkennt das Ergebnis nicht an und spricht von Wahlbetrug. © Foto: Baz Ratner/Reuters