Nordkorea treibt Planungen für einen Beschuss der Gewässer rund um die US-Insel Guam voran. Dabei sollen Mittelstreckenraketen vom Typ Hwasong-12 etwa 30 bis 40 Kilometer von der Insel entfernt einschlagen, sagte der Befehlshaber des nordkoreanischen Raketenkommandos, General Kim Rak Gyom. Die Geschosse würden zuvor Japan überfliegen.

Auf der Insel Guam befindet sich ein wichtiger US-Militärstützpunkt im Pazifik. Von dort starten regelmäßig Bomber zu Flügen über die Koreanische Halbinsel.

Die Pläne für den Abschuss der Raketen würden Staatschef Kim Jong Un Mitte August vorgelegt, der dann über das weitere Vorgehen entscheiden werde, hieß es. Guam solle in "ein historisches Feuer gehüllt" werden. Mit den Militäraktionen reagiere man auf das Handeln der USA in der Region. 

Zudem verspottete das nordkoreanische Militär den US-Präsidenten. Trumps auf einem Golfplatz abgegebene Erklärung, dass Nordkorea bei weiteren Drohungen von "Feuer und Zorn" getroffen würde, seien ein "Haufen Unsinn". Nur "absolute Stärke" könne bei jemanden, der wie Trump "bar jeder Vernunft" sei, etwas bewirken. Der Befehlshaber des Raketen-Kommandos, Kim Rak Gyom, sagte nordkoreanischen Staatsmedien, Trump agiere senil. Der amerikanische Präsident gehe seinen Soldaten "extrem auf die Nerven" mit Kommentaren, die seine "Altersschwäche" zeigten. "Vernünftiger Dialog ist nicht möglich mit solch einem der Vernunft beraubten Typen, der senil wird."

Das südkoreanische Militär warnte Nordkorea im Falle eines Beschusses der Gewässer rund um Guam vor einer harten Reaktion. Die US- und südkoreanischen Streitkräfte seien auf jegliche Art der Provokation aus Nordkorea vorbereitet und würden "strikt und stark" reagieren, sagte ein Sprecher des Generalstabs. Am Donnerstagmorgen (MEZ) soll der Nationale Sicherheitsrat Südkoreas zu einer Krisensitzung zusammentreten.

Raketensysteme & Reichweiten Nordkorea

Theoretische Reichweiten nordkoreanischer Raketensysteme, geschätzt und hochgerechnet

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Nach Informationen der New York Times hatte Trump seine weltweit beachteten Feuer-und-Zorn-Äußerungen vorher nicht mit seinem Stab abgesprochen. Der Präsident habe spontan auf eine Reporterfrage reagiert, berichtet die Zeitung. Sie stützt sich dabei auf Aussagen von Beratern Trumps. Der Präsident habe demnach vor allem ein "starkes Signal" senden wollen.

Trumps Warnung an Nordkorea war auf die Veröffentlichung eines japanischen Militärberichts gefolgt, wonach Nordkorea beim Atomwaffenprogramm erhebliche Fortschritte gemacht hat und möglicherweise über kleine Atomsprengköpfe verfügt, die per Rakete ins Ziel geschossen werden können.

Auch US-Verteidigungsminister James Mattis drohte Nordkorea: "Die Demokratische Volksrepublik sollte jeden Gedanken an Handlungen aufgeben, die zum Ende ihres Regimes und zur Vernichtung ihres Volkes führen würden", sagte er. Mattis verwies aber auch auf die Erfahrung und die überlegene Schlagkraft der US-Streitkräfte. Einen Rüstungswettlauf könne Nordkorea nur verlieren. Außenminister Rex Tillerson äußerte sich dagegen mäßigend und bemühte sich um Entspannung.

Nordkorea - Nordkoreanische Armee entwickelt Pläne für Angriff auf Guam Die Pläne sehen vor, dass die Raketen 30 bis 40 Kilometer vor der Küste der US-Insel im Meer niedergehen. Noch im August soll das Vorhaben dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zur Entscheidung vorgelegt werden. © Foto: Issei Kato/Reuters