Gut eine Woche nach ihrer Flucht ins Ausland hat die ehemalige Generalstaatsanwältin von Venezuela erklärt, warum sie und ihr Mann ihr Heimatland übereilt verlassen haben. Sie habe Informationen, dass ihre Verfolgung in ihrem Heimatland andauere und dass die Regierung Attentäter angeheuert habe, um sie zu töten, sagte Luisa Ortega Díaz in Costa Rica. Dort reicht sie derzeit eine Klage gegen die Maduro-Regierung bei der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte (IAKMR) ein.

Ortega galt Regierungskritikern in Venezuela als Hoffnungsträgerin. Sie und ihr Mann Germán Ferrer galten lange als Verbündete der sozialistischen Regierung. Erst als Präsident Nicolás Maduro ankündigte, die Verfassung neu schreiben zu wollen, brachen sie mit ihm. Ortega wirft Maduro vor, Venezuela zu einer Diktatur umzubauen. Auf sein Betreiben hin war sie von der verfassunggebenden Versammlung abgesetzt und durch den regierungsnahen Funktionär Tarek William Saab ersetzt worden. Ortega sprach von einem Staatsstreich.

Das Nachbarland Kolumbien bot ihr politisches Asyl an. Die Ex-Generalstaatsanwältin kündigte an, Informationen vorzulegen, die beweisen sollen, dass Maduro und andere Amtsträger in Venezuela Verbindungen zu korrupten Geschäften hätten. Die venezolanische Regierung weist die Vorwürfe bisher zurück.