Die USA haben ihre Wirtschaftssanktionen gegen Venezuela ausgeweitet. Nach Angaben des Weißen Hauses erließ US-Präsident Donald Trump ein Dekret, das den Handel mit neuen venezolanischen Staatsanleihen untersagt. Mit neuen Sanktionen solle die "Tyrannei" von Präsident Nicolas Maduro gestoppt werden, erklärte das Präsidialamt in Washington. Betroffen ist demnach auch der staatliche Ölkonzern PDVSA, der eine wichtige Einnahmequelle für das in einer tiefen Wirtschaftskrise steckende Land darstellt.

Das Weiße Haus sprach von "starken neuen Finanzsanktionen gegen die Diktatur in Venezuela". Damit verliere der sozialistische Präsident Maduro eine wichtige Finanzquelle. Die USA hatten zuvor bereits das Vermögen Maduros in den Vereinigten Staaten eingefroren. Zudem wurden Sanktionen gegen mehrere andere Amtsträger verhängt.

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen (UN), Nikki Haley, sagte, die USA würden in Venezuela keine Diktatur tolerieren. Trumps Sicherheitsberater H.R. McMaster erklärte, die USA planten in Venezuela keinen Militäreinsatz. Der venezolanische Außenminister Jorge Arreaza warf den USA vor, "unzivilisierte Politik" zu betreiben und die Bevölkerung in eine Krise zu stürzen. Arreaza kündigte an, dass Maduro der UN-Vollversammlung im September fernbleiben werde.

Hauptgrund für die Strafmaßnahmen ist die auf Geheiß von Maduro gewählte verfassunggebende Versammlung, die sich über das Parlament gestellt hat. Die US-Regierung kritisiert auch das harte Vorgehen der Regierung gegen Oppositionelle.

Seit April starben bei Protesten gegen die Regierung von Maduro mehr als 120 Menschen. Maduro hat seine Gegner dafür verantwortlich gemacht. Die Haftstrafen für Terrorismus und sogenannten Vaterlandsverrat sollen auf 50 Jahre hochgesetzt werden.

Wegen der Krise verliert die Landeswährung immer weiter an Wert. Venezuela wies zuvor schon die höchste Inflation weltweit auf. Schon in Kürze droht der Staatsbankrott. Im Oktober und November sind jeweils rund zwei Milliarden Dollar Rückzahlungen fällig. Durch Misswirtschaft und den niedrigen Ölpreis fehlen Devisen – auch für den ausreichenden Import von Medizin und Lebensmitteln.