Donald Trump - "Nordkorea soll sich lieber zusammenreißen, sonst wird es Ärger kriegen" US-Präsident Donald Trump hat seine Drohungen an die nordkoreanische Regierung erneuert. Nordkorea sollte "sehr, sehr nervös" werden, wenn es auch nur an einen Angriff auf die USA denke, sagte er. © Foto: SAUL LOEB/AFP/Getty Images

US-Präsident Donald Trump hat seine Drohungen an die Regierung in Pjöngjang erneuert. "Nordkorea sollte sich lieber zusammenreißen, sonst wird es Ärger kriegen, wie es nur wenige Staaten zuvor erfahren haben", sagte er an der Seite seines Vizepräsidenten Mike Pence in seinem Urlaubsort in New Jersey. Nordkorea sollte "sehr, sehr nervös" werden, wenn es auch nur an einen Angriff auf die USA denke. Machthaber Kim Jong Un habe sich verächtlich über die USA geäußert – "mit mir kann er das nicht machen", fügte Trump hinzu.

Bereits Anfang der Woche hatte der Republikaner dem nordkoreanischen Regime wegen dessen Angriffsdrohungen und Raketentests einen Gegenschlag voller "Feuer und Zorn" angedroht. Möglicherweise, so sagte Trump jetzt, seien diese Worte "nicht hart genug" gewesen. Auf die Frage, ob er einen Präventivschlag gegen Nordkorea erwäge, sagte der Präsident: "Wir werden sehen, was passiert." Wie bereits nach seinen vorherigen Äußerungen, die US-Außenminister Rex Tillerson mit beschwichtigenden Worten einzufangen versuchte, mühte sich nun Verteidigungsminister James Mattis um Deeskalation: Die USA ziehen weiterhin den diplomatischen Weg vor, sagte er. Ein Krieg wäre eine Katastrophe. Allerdings seien die USA bereit, auf Feindseligkeiten Nordkoreas zu reagieren.

Die Führung in Pjöngjang bezeichnete Trumps Feuer-und-Zorn-Äußerung als "einen Haufen Unsinn". Ein fundierter Dialog sei mit dem US-Präsidenten nicht möglich. Dieser sei keiner Vernunft zugänglich, nur "absolute Gewalt" funktioniere bei ihm, hieß es in einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA. Außerdem konkretisierte die Führung in Pjöngjang ihre Angriffsdrohung. Bis Mitte August solle der Einsatzplan stehen, um vier Mittelstreckenraketen über Japan hinweg auf Guam abzufeuern. Die Raketen sollten demnach 30 bis 40 Kilometer vor der Insel Guam im Meer niedergehen.

Theoretische Reichweiten nordkoreanischer Raketensysteme, geschätzt und hochgerechnet © ZEIT ONLINE

Auf Guam leben rund 163.000 Menschen, darunter 6.000 US-Soldaten – stationiert auf einer Luftwaffenbasis, einem Marinestützpunkt mit U-Booten sowie einer Einheit der Küstenwache. Experten zufolge liegt die Insel in Reichweite der Hwasong-12-Raketen, die Nordkorea bei einer Militärparade im April erstmals öffentlich präsentiert hatte. Das nordkoreanische Militär erklärte, Staatschef Kim Jong Un könne einen Angriff auf das US-Außengebiet Guam bereits innerhalb einer Woche anordnen. Die Insel im Westpazifik solle in "ein historisches Feuer gehüllt" werden. Guams Gouverneur Eddie Calvo gab sich betont gelassen. "Wir sind besorgt wegen dieser Drohungen, wollen aber gleichzeitig sicherstellen, dass die Menschen nicht in Panik verfallen und ihr normales Leben weiterführen", sagte er zur Nachrichtenagentur Reuters und fügte hinzu: "Viel Spaß am Strand."

Die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea waren seit den jüngsten Raketentests des KP-Regimes und den darauffolgenden harschen Reaktionen der Regierung in Washington eskaliert. Zudem hatte der UN-Sicherheitsrat auf Betreiben der USA neue Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen. Sie betreffen unter anderem neun Einzelpersonen aus Nordkorea und Institutionen wie die staatliche Außenhandelsbank.

Trump bezweifelt allerdings, dass diese Maßnahmen den erwünschten Effekt haben werden, und forderte stattdessen den engsten Verbündeten Nordkoreas zum Handeln auf. "China kann viel mehr tun", sagte er. Die staatliche chinesische Zeitung Global Times schrieb, China solle sich im Falle eines die USA bedrohenden nordkoreanischen Angriffs neutral verhalten. Wenn allerdings die USA und Südkorea zuerst angriffen und versuchten, die nordkoreanische Regierung zu stürzen, werde China dies verhindern, hieß es in der Zeitung, die nicht die Politik der Regierung wiedergibt.