Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hat wegen der Nordkorea-Krise ein außerplanmäßiges Sondertreffen für alle EU-Botschafter einberufen, die für Sicherheitsfragen zuständig sind. Am kommenden Montag soll es Gespräche über "mögliche weitere Schritte" der Europäischen Union geben. Eigentlich wollte das Komitee erst Ende des Monats zusammen kommen.

Neben den jüngst von Nordkorea ausgeführten Raketentests führten offenbar auch die die eskalierenden Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zu der Dringlichkeit.

Nordkorea hatte gedroht, Raketen in Richtung der Pazifikinsel Guam abzufeuern, auf der die USA einen strategisch wichtigen Militärstützpunkt unterhalten. Bis Mitte August solle es einen entsprechenden Einsatzplan geben, um vier Mittelstreckenraketen über Japan hinweg auf das US-Territorium abzufeuern.

US-Waffen "gesichert und geladen"

Zuvor hatte Trump – offen wie noch kein US-Präsident zuvor – Nordkorea militärisch gedroht und diese Drohung in den vergangenen Tagen mehrfach gegenüber Journalisten sowie auf Twitter wiederholt und verstärkt: "Sollte er irgendetwas mit Guam machen oder mit einem anderen Ort auf amerikanischem Territorium oder mit einem amerikanischen Verbündeten, dann wird er das bereuen, und zwar schnell", sagte Trump am Freitag.

Die Nordkoreaner müssten "den Ernst dessen, was ich sage, voll verstehen". Auf Twitter hatte er von bereits vorbereiteten militärischen Lösungen gesprochen: Er beschrieb die US-Waffen als "locked and loaded" – auf Deutsch: "gesichert und geladen".

In dem Streit geht es vor allem um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm. Dieses wird von den USA, aber auch von der EU als Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit auf der ganzen Welt angesehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Trump offen kritisiert, seine provokativen Warnungen an Nordkorea seien die falsche Herangehensweise.