Die USA haben im Streit über das nordkoreanische Rüstungsprogramm weitere Sanktionen gegen Unternehmen aus Russland und China verhängt. Betroffen seien zehn Einrichtungen und sechs Personen, teilte US-Finanzminister Steven Mnuchin mit. Sie würden Nordkorea Einnahmen ermöglichen, die zur "Entwicklung von Massenvernichtungswaffen" und der "Destabilisierung der Region" genutzt würden. "Das Finanzministerium wird weiterhin Druck auf Nordkorea ausüben, indem es diejenigen ins Visier nimmt, die die Weiterentwicklung des Atom- und des Raketenprogrammes unterstützen", heißt es in der Erklärung des Ministers. Die Betroffenen würden vom US-Finanzsystem isoliert.

Anfang August hatten die UN ihre Strafmaßnahmen gegen Nordkorea verschärft. Der UN-Sicherheitsrat votierte einstimmig dafür, der Regierung in Pjöngjang Exporteinnahmen in Höhe von rund einer Milliarde US-Dollar (rund 843.000 Millionen Euro) zu entziehen.

In dem seit Langem schwelenden Streit warfen sich Vertreter Nordkoreas und der USA auf einer UN-Abrüstungskonferenz in Genf gegenseitig eine militärische Bedrohung vor. Der US-Gesandte Robert Wood sagte, es sei für US-Präsident Donald Trump oberste Priorität, die USA und ihre Verbündeten vor der "wachsenden Bedrohung" durch Nordkorea zu schützen. Sein Land sei bereit, alle Möglichkeiten zu nutzen, über die es verfüge. Zugleich sagte Wood, der Weg des Dialogs stehe der Führung in Pjöngjang weiterhin offen.

Der nordkoreanische Gesandte Ju Yong Chol sagte in Genf, das nukleare Abschreckungspotenzial und das Raketenprogramm seines Landes dienten der Selbstverteidigung und stünden nicht zur Disposition. Nordkorea wertet das Militärmanöver, das die USA gegenwärtig mit ihrem Verbündeten Südkorea abhalten, als Bedrohung. Ein Sprecher der im Grenzort Panmunjom stationierten Einheit der nordkoreanischen Volksarmee drohte wegen der Übungen im Nachbarland mit "schonungsloser Vergeltung und Bestrafung". "Die USA werden für die katastrophalen Konsequenzen zur Verantwortung gezogen, die solche rücksichtslosen aggressiven Kriegsmanöver nach sich ziehen", wurde er von den Staatsmedien zitiert.

Ungeachtet der zunehmenden Drohungen betonte dagegen der Befehlshaber des Pazifikkommandos der USA, Harry Harris, wie wichtig eine diplomatische Lösung in dem Konflikt sei. "Der wichtigste Startpunkt ist ein diplomatischer Startpunkt", sagte Harris laut Berichten südkoreanischer Sender auf dem südlich von Seoul liegenden US-Luftwaffenstützpunkt Osan. "Wir hoffen darauf und wir arbeiten an einer diplomatischen Lösung für die Herausforderung durch Kim Jong Un." Diese Arbeit müsse von einem starken militärischen Aufwand und einer "glaubwürdigen Kampfkraft" gestützt werden. Der Admiral inspizierte in Begleitung weiterer US-Kommandeure das laufende Manöver.

Auch eine Gruppe von US-Kongressabgeordneten mahnte bei einem Besuch in Seoul eine Gesprächslösung im Konflikt mit Nordkorea an. "Wir müssen anerkennen, dass ein Präventionskrieg dieses Problem nicht lösen, sondern es viel schlimmer machen würde", sagte der Senator Edward Markey, ein Demokrat aus Massachusetts, nach einem Treffen der Delegation mit Präsident Moon Jae In. Mit Nordkorea zu sprechen, sei keine Konzession der USA, sondern der einzige Weg, um die koreanische Halbinsel atomwaffenfrei zu machen.

Dass Nordkorea seine Rhetorik bei Manövern auf der anderen Seite der Grenze verschärft, ist nicht unüblich. Doch die Spannungen hatten sich zuletzt nach zwei nordkoreanischen Teststarts von Interkontinentalraketen im Juli wieder deutlich verschärft. Das Land arbeitet an der Entwicklung von Raketen, die einen Atomsprengkopf bis in die USA tragen können.

US-Präsident Donald Trump hatte der kommunistischen Führung in Pjöngjang daraufhin mit "Feuer und Zorn" gedroht, was angesichts der atomaren Bewaffnung beider Länder Ängste vor einem neuen Krieg ausgelöst hatte. Nordkorea drohte damit, Raketen in die Gewässer um die US-Pazifikinsel Guam abzufeuern. Letztlich stellte es seine Pläne aber zurück.