Südafrika will Simbabwes Präsidentengattin Grace Mugabe an der Ausreise hindern, weil ihr Körperverletzung vorgeworfen wird. Grace Mugabe dürfe das Land nicht verlassen, bis der Fall geklärt sei, sagte Sicherheitsminister Fikile Mbalula dem TV-Sender eNCA. Die Polizeibeamten an allen Grenzübergängen seien informiert worden.

Mugabe wird vorgeworfen, ein 20-jähriges südafrikanisches Model mit einem Verlängerungskabel angegriffen zu haben. In sozialen Medien verbreitete die Frau Fotos von einer tiefen Wunde auf der Stirn, die ihr von der First Lady zugefügt worden sein soll. Mugabe soll die Frau in der Hotelsuite ihrer beiden Söhne angetroffen und unvermittelt attackiert haben. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur ANA wollen Polizei und Staatsanwaltschaft eine Anklage erheben.

Grace Mugabe beruft sich mit Blick auf mögliche Strafverfolgung auf diplomatische Immunität. Die Regierung Simbabwes forderte Südafrika auf, diese anzuerkennen. Südafrikas größte Oppositionspartei, die Demokratische Allianz (DA), teilte mit, dass Mugabe die Immunität bereits vor ihrer Einreise nach Südafrika hätte beantragen müssen. Zudem gelte der Status für Staatschefs, nicht für deren Ehefrauen. Auch müsse eine Situation wie im Jahr 2015 vermieden werden. Damals konnte der sudanesische Präsident Omar al-Baschir ungehindert in das Land ein- und ausreisen, obwohl er aufgrund von Kriegsverbrechen gesucht wurde.

Grace Mugabe gilt als mögliche Nachfolgerin ihres Mannes, des autokratischen Langzeitpräsidenten Robert Mugabe (93). Sie hielt sich in Südafrika auf, um eine Unfallverletzung am Knöchel behandeln zu lassen. Bereits bei früheren Auslandsreisen wurden ihr tätliche Angriffe vorgeworfen. 2009 beschuldigte sie ein Fotograf in Hongkong, ihn geschlagen zu haben.

Robert Mugabe hält sich ebenfalls in Südafrika auf, um dort am Freitag an einem Gipfeltreffen des regionalen Staatenbundes SADC teilzunehmen. Bei dem Treffen wird Südafrika turnusmäßig den SADC-Vorsitz von Lesotho übernehmen.