Nach einem möglichen Angriff auf ein Model in Südafrika hat sich die Frau des simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe auf ihre diplomatische Immunität berufen. Ein entsprechender Antrag der simbabwischen Regierung werde geprüft, teilte ein Sprecher der südafrikanischen Regierung mit. Ein 20-jähriges Model wirft Mugabe vor, sie am vergangenen Sonntag in einem Hotel in Johannesburg angegriffen zu haben. Durch diplomatische Immunität wäre die Präsidentenfrau allerdings vor einer eventuellen Strafe geschützt.

Laut Polizeiangaben befindet sich Grace Mugabe immer noch in Südafrika. Sie sei aber nicht selbst zu einem Termin mit den Ermittlern erschienen, sondern habe ihre Anwälte und Vertreter der simbabwischen Regierung geschickt. Der nationale Polizeichef Lesetja Mothiba sagte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur ANA, dass Polizei und Staatsanwaltschaft eine Anklage Mugabes anstrebten. "Unsere Position ist, dass sie vor Gericht muss", sagte er.

Das südafrikanische Model, das Mugabe Körperverletzung vorwirft, postete in sozialen Netzwerken Fotos von einer Wunde auf ihrer Stirn. Diese soll ihr die Frau des Präsidenten zugefügt haben. Nach eigenen Angaben soll das Model auf Einladung von Mugabes Söhnen in das Hotel gekommen sein. Diese seien nicht im Raum gewesen, als die Präsidentengattin auf sie losgegangen sei, sagte sie. Deren Leibwächter hätten danebengestanden und zugesehen, wie Mugabe immer wieder auf sie einschlug.     

Diplomaten sind durch ihre Immunität vor strafrechtlicher, zivilrechtlicher oder administrativer Verfolgung in einem fremden Staat geschützt. Sollte die südafrikanische Regierung Mugabes Immunität anerkennen, könnten die Vorwürfe gegen sie also nicht geahndet werden. Grace Mugabe gilt als mögliche Nachfolgerin ihres Mannes, des 93-jährigen autokratischen Präsidenten Robert Mugabe. Sie hält sich in Südafrika auf, weil dort eine Unfallverletzung am Knöchel behandelt wird. Mugabe war bereits bei früheren Auslandsreisen tätlicher Angriffe beschuldigt worden: Ein Fotograf hatte ihr 2009 in Hongkong vorgeworfen, ihn geschlagen zu haben.