China hat ein US-Marinemanöver im Südchinesischen Meer verurteilt. Das Manöver der USS John S. McCain habe gegen chinesisches und internationales Recht verstoßen und damit die Souveränität und Sicherheit der Volksrepublik "ernsthaft" beeinträchtigt, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums. Er kündigte an, dass die Regierung in Peking offiziell Protest in Washington einlegen wird.

Das Kriegsschiff war am Donnerstag bis auf sechs Seemeilen an eine von China künstlich aufgeschüttete Insel herangefahren. Das Mischief-Riff gehört zu den umstrittenen Spratly-Inseln, die von China, aber auch mehreren Nachbarstaaten beansprucht werden.

Laut eines US-Beamten soll eine chinesische Fregatte mindestens zehn Warnungen an die USS McCain gesendet haben. Die Besatzung des US-Schiffs habe daraufhin erklärt, es handele sich um einen "Routineeinsatz in internationalen Gewässern". Nach Angaben des chinesischen Außenministeriums habe ihre Marine das US-Kriegsschiff identifiziert, gewarnt und dann weggeschickt.

Es war bereits das dritte derartige Manöver der US-Armee seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump im Januar 2017. Der Vorfall ereignete sich inmitten des eskalierenden Atomstreits zwischen den USA und Nordkorea, in dem die USA eine stärkere Einwirkung Pekings auf das kommunistische Regime in Pjöngjang fordern.

China äußert sich regelmäßig kritisch über Manöver des US-Militärs, da die Volksrepublik praktisch das gesamte Südchinesische Meer für sich beansprucht. Die USA verteidigen die Einsätze als Unterstützung für Verbündete in der Region.