USA - Katastrophenzustand nach Sturm Harvey In Houston in Texas suchen weiter Tausende Rettungskräfte mit Helikoptern und Booten nach Eingeschlossenen. Mindestens sieben Menschen sind durch den Sturm Harvey ums Leben gekommen. © Foto: Jonathan Bachman/Reuters

Kurz vor seiner Reise in die Katastrophengebiete von Texas hat US-Präsident Donald Trump die Bewohner auf einen langen und schwierigen Wiederaufbau nach Sturm Harvey vorbereitet. Zugleich versprach er den Betroffenen Unterstützung seiner Regierung. "Sie werden bekommen, was sie brauchen, und es wird schnell gehen", sagte Trump.

Im Moment habe die Sicherheit Vorrang, sagte Trump vor Journalisten in Washington. "Alle mir untergeordneten Ressourcen stehen den Behörden vor Ort zur Verfügung." Die Rettung von Menschenleben sei das Wichtigste. Zugleich verwies er auf hohe Kosten für den Wiederaufbau, dieser werde sehr teuer. Deswegen stehe er mit dem Kongress in Kontakt. Trump will gemeinsam mit First Lady Melania Trump von Dienstag bis Samstag nach Texas reisen.

"Das sind Niederschläge von historischem Ausmaß", sagte Trump weiter. Es habe vermutlich noch nie etwas derartiges gegeben. In Houston war schon am Sonntag der heftigste Regen gemessen worden, der je an einem einzelnen Tag in der Stadt gefallen ist. Im Großraum der viertgrößten US-Stadt stehen große Gebiete unter Wasser. Bisher wurden sechs Menschen tot geborgen, die Behörden rechnen mit weiteren Todesopfern.

Katastrophenzustand auch in Louisiana

Zudem kam es in Houston nach Berichten von Augenzeugen zu einer Explosion in einem Bürokomplex. Die Polizei konnte zunächst nicht bestätigen, ob der Vorfall in Zusammenhang mit den Überflutungen stand.

Texas - Tropensturm Harvey verursacht Überschwemmungen Der Sturm überschwemmte im amerikanischen Bundesstaat Texas Häuser und Straßen und entwurzelte Bäume. 1.800 Soldaten sind im Einsatz, um bei Rettungsaktionen zu helfen. Zwei Menschen wurden bereits getötet und weitere verletzt. © Foto: Richard Carson/Reuters

Der Tropensturm Harvey bewegt sich nur langsam vorwärts. Er könnte nach Einschätzung von Meteorologen beim National Hurricane Center leicht ostwärts wandern und auch Teile Louisianas erreichen, wo Trump vorsorglich ebenfalls den Katastrophenzustand ausgerufen hatte. Der Sturm werde voraussichtlich bis einschließlich Freitag weiterhin große Regenmengen bringen.

Bis zu 20 Milliarden US-Dollar Versicherungsschaden

Die US-Großbank JP Morgan schätzte die versicherten Schäden durch den Hurrikan auf zehn bis 20 Milliarden Dollar. Dies seien die Berechnungen nach dem bisherigen Stand, schrieb deren Expertin Sarah DeWitt in einer Kurzstudie. Damit könnte Harvey den Angaben zufolge zu einem der teuersten zehn Wirbelstürme der US-Geschichte werden. Allerdings wäre er für die Versicherer nicht so kostenträchtig wie Hurrikan Katrina, der 2005 New Orleans verwüstet hatte und die Branche 75 Milliarden Dollar kostete. Hannover Rück und Münchener Rück hatten diese Einschätzung zuvor ebenfalls abgegeben.

Einigen Analysten zufolge könnten Versicherer und Rückversicherer Harvey dazu nutzen, nach einer längeren Zeit mit niedrigen Prämien demnächst Preiserhöhungen durchzusetzen.