US-Präsident Donald Trump hat den venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro persönlich für die Unversehrtheit der inhaftierten Oppositionspolitiker verantwortlich gemacht. Maduro selbst hafte für die Gesundheit der beiden am Dienstag festgenommenen und weiterer Politiker, teilte das US-Präsidialamt mit. Trump bezeichnete die Politiker Leopoldo López und Antonio Ledezma als politische Gefangene, die von der venezolanischen Regierung illegal in Haft gehalten würden. "Die USA verurteilen die Taten der Maduro-Diktatur", hieß es in der Erklärung.

Die beiden Oppositionspolitiker waren vom Hausarrest in Haft genommen worden. Das Oberste Gericht in Venezuela hatte dies mit Fluchtgefahr begründet. López und Ledezma waren beide Bürgermeister der Hauptstadt Caracas. López wurde inhaftiert, weil er 2014 Straßenproteste gegen Maduro angeführt hatte, er war erst im Juli nach drei Jahren Haft in Hausarrest überführt worden. Ledezma, dem die Regierung die Planung eines Putsches vorwirft, stand seit 2015 nach vorheriger Haft unter Hausarrest.

Die USA stufen Maduro als De-facto-Diktator ein und haben Sanktionen gegen ihn verhängt. Trumps Regierung hält sich auch einen Stopp der Ölimporte offen, die USA sind mit 700.000 Barrel am Tag der größte Abnehmer venezolanischen Öls. Venezuela ist dringend auf diese Devisen angewiesen, das Land erhält im Monat rund 900 Millionen Dollar aus den Verkäufen. US-Außenminister Rex Tillerson sagte in Washington, seine Regierung prüfe alle politischen Optionen, "um einen Wandel zu erreichen". Maduro solle entscheiden: Entweder er sehe keine politische Zukunft für sich selbst oder er kehre zurück zur Verfassung.

Venezuela - Maduro geht gegen Oppositionelle vor Der Oppositionsführer Antonio Ledezma soll nach Angaben seiner Familie vom Geheimdienst weggebracht worden sein. Seine Tochter bat mit einer Videobotschaft um Hilfe. © Foto: Andres Martinez Casares/Reuters

Auslöser der Spannungen war die Wahl einer Verfassungsgebenden Versammlung am Sonntag. Die Opposition boykottierte die Wahl, es wurden fast ausschließlich Kandidaten des sozialistischen Lagers aufgestellt. Die Opposition erwartet außerdem, dass das Gremium vorschlägt, die Gewaltenteilung aufzuheben. Die Versammlung soll noch in dieser Woche im Parlament tagen und könnte dauerhaft an dessen Stelle treten. Dieses wird bisher von einem Oppositionsbündnis, darunter der Voluntad Popular von López, dominiert. Die Abgeordneten wollen nicht weichen und riefen die Bevölkerung zum Schutz des Gebäudes auf.

Die US-Regierung hatte am Montag als erste Reaktion Finanzsanktionen gegen den sozialistischen Präsidenten Maduro verhängt und ihn auf eine schwarze Liste mit Kim Jong Un (Nordkorea), Robert Mugabe (Simbabwe) und Baschar al-Assad (Syrien) gesetzt. Mögliche Konten und Vermögen in den USA werden blockiert. Maduro hatte die Sanktionen verspottet und Trump davor gewarnt, sich in Venezuela einzumischen.

Die Festnahmen der Oppositionspolitiker erfolgten wenige Stunden, nachdem die Sanktionen gegen Maduro verhängt wurden. López wird stark von dem Senator Floridas, Marco Rubio, unterstützt, vor der Wahl in Venezuela telefonierte auch US-Vizepräsident Mike Pence mit López. Im Februar empfing Trump demonstrativ dessen Ehefrau Lilian Tintori im Weißen Haus. Tags darauf bestätigte der Oberste Gerichtshof in Venezuela die Haftstrafe von 13 Jahren, neun Monaten und sieben Tagen gegen López.