Seit vielen Jahren deckt die aserbaidschanische Journalistin Khadija Ismayilova Geschäfte der Regierungsfamilie ihres Landes auf. Dafür erhält sie den Alternativen Nobelpreis. Der Direktor der Right Livelihood Award Stiftung, Ole von Uexküll, lobte ihren Einsatz gegen Korruption auf höchster Regierungsebene. Ismayilova saß wegen ihrer Arbeit von 2014 bis 2016 in Aserbaidschan im Gefängnis.

Außerdem geht der jeweils mit etwa 105.000 Euro dotierte Preis an den indischen Menschenrechtsanwalt Colin Gonsalves. Er erhält die Auszeichnung, weil er seit drei Jahrzehnten moderne Sklaven, Slumbewohner, Frauen und Arme verteidigt. Sein Menschenrechtsnetzwerk HRLN erstritt unter anderem ein "Recht auf Nahrung", was das Leben von 400 Millionen Menschen verbesserte.  

Dritte Preisträgerin ist die Äthiopierin Yetnebersh Nigussie für ihr Engagement für Menschen mit Behinderung in Afrika und weltweit. Der Alternative Nobelpreis zeichnet in diesem Jahr Menschen für ihren besonderen Einsatz für die Schwächsten in der Gesellschaft aus. Mit ihrer mutigen Arbeit begegneten die Preisträger einigen der weltweit drängendsten Herausforderungen, sagte Uexküll. 

Den undotierten Ehrenpreis erhält der amerikanische Umweltrechtler Robert Bilott, der in einem 19 Jahre dauernden Rechtsstreit 70.000 Anwohner vertrat, deren Trinkwasser chemisch verseucht worden war.

Die Alternativen Nobelpreise werden seit 1980 in kritischer Distanz zu den traditionellen Nobelpreisen an Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden vergeben.