Die britische Regierung will nach dem Brexit weiterhin eng mit der Europäischen Union in Sicherheitsfragen zusammenarbeiten. In London stellte sie Grundzüge eines Positionspapiers für die Verhandlungen vor, dessen Kernstück ein neuer Sicherheitsvertrag ist.

"Wir haben bereits eine tiefe Zusammenarbeit mit der EU in Sicherheitsfragen, und es liegt in unser beider Interesse, Wege zu ihrer Fortsetzung zu finden", sagte Brexit-Minister David Davis. Der Vertrag solle sicherstellen, dass während des britischen EU-Austritts 2019 "keine operationellen Lücken" entstünden.

Jüngste Attacken machen Kooperation notwendig

Innenministerin Amber Rudd verwies auf die jüngsten Terroranschläge in Großbritannien und anderen europäischen Ländern, die eine enge Kooperation notwendig machten. "Bei der Vorbereitung des EU-Austritts ist es entscheidend, dass wir anhaltende Zusammenarbeit in der Sicherheit, der Strafverfolgung und der Strafjustiz sicherstellen", sagte die Ministerin.

Die britische Regierung will am Montag ausführlich darlegen, für welche Sicherheitspolitik und grenzüberschreitende Strafverfolgung sie bei den Brexit-Verhandlungen eintreten will. Die Gespräche zum EU-Austritt haben am 19. Juni begonnen, die vierte Verhandlungsrunde soll am 25. September in Brüssel beginnen. Bisher haben sich die beiden Seiten in verschiedenen Streitfragen kaum angenähert.

Am 23. Juni 2016 stimmten 51,9 Prozent der Briten für den EU-Austritt, 48,1 Prozent votierten für den Verbleib. Großbritannien will mit dem Brexit auch aus dem EU-Binnenmarkt ausscheiden, was die Personenfreizügigkeit beenden würde. Waren sollen im Rahmen eines Freihandelsabkommens ausgetauscht werden können.