Nordkorea hat im Streit mit den USA mit dem Abschuss von amerikanischen Langstreckenbombern gedroht. Die Bemerkungen von US-Präsident Donald Trump am Wochenende seien eindeutig eine Kriegserklärung, sagte Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho im Anschluss an die jüngste UN-Vollversammlung in New York. "Da die USA unserem Land den Krieg erklärt haben, haben wir jedes Recht, Gegenmaßnahmen zu ergreifen", sagte Ri. "Dazu gehört das Recht, strategische Bomber der USA abzuschießen, auch wenn sie sich nicht im Luftraum unseres Landes befinden."

Zur Demonstration ihrer militärischen Stärke ließ die Regierung in Washington am Samstag Kampfbomber entlang der Küste Nordkoreas fliegen. Eine Staffel von B-1B-Bombern und F-15-C Eagle-Kampfjets bewegte sich über internationale Gewässer.

Flieger weit im Norden vor Korea

Dies sei eine "Demonstration der Entschlossenheit der USA und eine klare Botschaft, dass der Präsident viele militärische Optionen hat, jegliche Bedrohung zurückzuschlagen", sagte eine Pentagon-Sprecherin. Noch nie im 21. Jahrhundert seien US-Kampfflugzeuge vor der nordkoreanischen Küste derart weit nach Norden vorgedrungen.

Das Weiße Haus bestritt, dass US-Präsident Donald Trump mit seinen martialischen Drohungen an Nordkorea dem Land den Krieg erklärt habe. Diese Darstellung sei "absurd", sagte die Präsidentensprecherin Sarah Huckabee Sanders. Sie reagierte damit auf die Äußerungen des nordkoreanischen Außenministers.

In Pjöngjang hatten zuvor Zehntausende Arbeiter, Soldaten und Studenten an einer Großkundgebung gegen US-Präsident Trump teilgenommen. Ein riesiges Transparent zeigte unter dem Slogan "Koreas Antwort" rote Raketen, die über einem einstürzenden US-Kapitol niedergehen.

Nordkorea und die USA haben in den vergangenen Tagen heftige verbale Attacken ausgetauscht. Trump hatte am Samstag gesagt, Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und seine Regierung würden "nicht mehr lange hier sein".

Pjöngjang - Nordkorea verlagert Flugzeuge an die Ostküste Außenminister Ri Yong Ho sagte am Montag, die Bemerkungen von US-Präsident Donald Trump seien eindeutig eine Kriegserklärung gewesen. Man habe daher jedes Recht, Gegenmaßnahmen einzuleiten. © Foto: Richard Drew/AP/dpa