Eine parteiübergreifende Initiative im US-Senat will Donald Trumps Transgender-Verbot für die Streitkräfte blockieren. Eine Gruppe republikanischer und demokratischer Senatoren legte einen Gesetzentwurf vor, der dem Pentagon verbietet, Menschen wegen ihrer geschlechtlichen Identität vom Militärdienst auszuschließen. Wann der Text zur Abstimmung gestellt wird, war noch nicht klar. Im Senat kann er mit erheblicher Unterstützung rechnen. Trump hatte das Pentagon im August angewiesen, in Zukunft keine Transgendermenschen mehr ins Militär aufzunehmen. 

McCain: "alle willkommen heißen"

Zu den Initiatoren des Gesetzentwurfs gehört der republikanische Senator John McCain, der dem Streitkräfteausschuss des Senats vorsteht. "Weniger als ein Prozent der Amerikaner meldet sich freiwillig für das Militär", sagte McCain. "Deswegen sollten wir all jene willkommen heißen, die willig und fähig sind, unserem Land zu dienen."

Auch die einflussreiche republikanische Senatorin Susan Collins war an der Ausarbeitung des Entwurfs beteiligt. "Wenn Menschen bereit sind, die Uniform unseres Landes anzuziehen, in Kriegsgebiete geschickt zu werden und ihr Leben für unsere Freiheit zu opfern, dann sollten wir ihnen dankbar sein und nicht versuchen, sie aus dem Militär zu werfen", sagte Collins. Seitens der Demokraten trugen die Senatoren Jack Reed und Kirsten Gillibrand zu dem Entwurf bei.

Trumps Transgender-Verbot hatte in Kongress und Streitkräften für Verwunderung und Kritik gesorgt. Zur Begründung schrieb der Präsident per Twitter, die Armee dürfe nicht mit den "enormen medizinischen Kosten" belastet werden sowie mit der Unruhe, die die Aufnahme von Transgendermenschen mit sich bringe.

Verteidigungsminister James Mattis setzte inzwischen eine Expertenkommission ein, die bis März Vorschläge machen soll, wie das Ministerium mit der Anordnung des Präsidenten umgehen soll. Bis dahin dürfen Transgender-Soldaten wie bisher im Militär dienen. Trumps Vorgänger Barack Obama hatte das Transgender-Verbot aufgehoben.

Transgender ist ein Oberbegriff für Menschen, die sich im falschen Körper geboren fühlen sowie für solche, die sich keinem eindeutigen Geschlecht zuordnen. Unter den 1,3 Millionen aktiven Mitgliedern der US-Streitkräfte gibt es nach Schätzungen zwischen 1.000 und 15.000 Transgender.