US-Präsident Donald Trump hat der Darstellung der Demokraten widersprochen, wonach eine Einigung über junge Einwanderer erzielt worden sei. "Es gab letzte Nacht keinen Deal über Daca", twitterte der Republikaner und machte die Abstimmung über einen "massiven Grenzschutz" zur Bedingung für seine Zustimmung.

Die beiden demokratischen Anführer in Senat und Repräsentantenhaus, Chuck Schumer und Nancy Pelosi, hatten am Mittwochabend mitgeteilt, sie hätten sich mit Trump darauf geeinigt, das sogenannte Daca-Programm rasch in einem Gesetz zu verankern. Daca bewahrte bislang rund 800.000 Einwanderer, die als Kinder illegal in die USA gekommen waren, vor der Ausweisung. Trump hatte sich vor einer Woche dazu entschieden, das von seinem Vorgänger Barack Obama initiierte Programm zu beenden. Allerdings räumte er dafür eine Frist von sechs Monaten ein. Er forderte den Kongress auf, in dieser Zeit eine Neuregelung zu finden.

Trump ließ in weiteren Tweets Anteilnahme am Schicksal der sogenannten Dreamer erkennen. "Will wirklich jemand diese guten, gebildeten und wohlerzogenen jungen Leute, die Jobs haben und von denen viele in der Armee dienen, aus dem Land werfen? Wirklich!" Diese Menschen lebten seit vielen Jahren in den USA. "Sie trifft keine Schuld, sie wurden von ihren Eltern hier her gebracht."

Pelosi und Schumer hatten von einem "produktiven Treffen" im Weißen Haus gesprochen, währenddessen man sich auch über "ein Paket zur Grenzsicherheit" geeinigt, das den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko aber ausnimmt. Über diesen Aspekt waren sich beide Seiten aber uneinig. "Über einen Ausschluss der Mauer ist mit Sicherheit keine Einigkeit erzielt worden", twitterte die Sprecherin des US-Präsidialamtes, Sarah Sanders. 

Trump suchte mit diesem Abendessen zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen die Nähe zur Opposition. Zuletzt hatte er sich mit den Demokraten auf die Anhebung der Schuldenobergrenze bis Anfang Dezember geeinigt und die Republikaner damit verärgert. Aus dem Weißen Haus heiß es, der Präsident sei an überparteilichen Lösungen gelegen, das Gespräch sei in dieser Hinsicht ein positiver Schritt vorwärts gewesen. Die Regierung freue sich darauf, die Gespräche mit führenden Parteimitgliedern von beiden Seiten fortzuführen.