Bei der Wahl des Senats in Frankreich haben die Konservativen ihre Mehrheit ausbauen können. Die Partei von Präsident Emmanuel Macron, La République en Marche, hat ersten offiziellen Teilergebnissen zufolge dagegen mehrere Senatorensitze verloren. "Die Wahlmänner haben die Senatsmehrheit bestätigt", sagte der konservative Senatspräsident Gérard Larcher. Zu den Konservativen gehören die Republikaner und die Zentrumspartei.

Fast 200 Kandidaten hatten sich für die 171 zu vergebenden Plätze aufstellen lassen. Alle drei Jahre wird rund die Hälfte des Senats neu besetzt. Nicht die Wähler, sondern etwa 75.000 gewählte Amtsträger im ganzen Land wählen die neuen Senatoren.

Macrons Partei kommt dem Nachrichtensender BFMTV zufolge nur noch auf 23 Sitze. Bislang stellte La République en Marche 29 Senatoren, die in den vergangenen Monaten von anderen Parteien übergelaufen waren. Die Partei hatte zwischenzeitlich gehofft, mindestens 50 Senatoren zu stellen. Die Konservativen konnten laut BFMTV sieben Sitze hinzugewinnen und stellen nun 149 Senatoren. Der rechtsextreme Front National (FN) der Rechtspopulistin Marine Le Pen gewann keine neuen Sitze. Seit 2014 hat die FN zwei Plätze im Oberhaus.

Der Senat kann bei der Verabschiedung von Gesetzen mitreden. Zwar können die Abgeordneten der Nationalversammlung, in der der sozialliberale Staatschef eine breite Mehrheit hat, das Votum der Senatoren überstimmen. Allerdings ist Macron bei angestrebten Verfassungsänderungen auf den Senat angewiesen. Er muss deshalb Unterstützer aus anderen Parteien finden.

Macrons Reformpolitik stößt in Frankreich auf Widerstand, in Umfragen hatte seine Partei zuletzt verloren. Noch im Juni hatte Macrons Mitte-Partei La République en Marche bei den Unterhauswahlen eine deutliche Mehrheit gewonnen. Dass Macron bei den Sénatoriales keinen Sieg erringen würde, war erwartet worden. Die indirekte Abstimmung beim Senat begünstige die bürgerliche Rechte, die stark in vielen Regionen verankert sei, sagten Beobachter.