Krise in der rechtsextremen französischen Partei Front National (FN): Der stellvertretende Chef, Florian Philippot, hat angekündigt, die Partei zu verlassen. Er wolle nicht Vizevorsitzender "für nichts" sein, sagte Philippot im Sender France 2. Deshalb verlasse er die Partei.

Der Entscheidung vorausgegangen war eine Auseinandersetzung mit FN-Chefin Marine Le Pen, die Philippot lange als einer der engsten Vertrauten begleitet hatte. Sie hatte ihm am Mittwoch einen Interessenkonflikt vorgeworfen und ihm die Verantwortung für den Aufgabenbereich Strategie und Kommunikation entzogen. Philippot bleibe zwar stellvertretender Parteichef, habe aber keinen besonderen Aufgabenbereich in der Parteiführung mehr, hieß es.

Mit der Teilentmachtung ihres Stellvertreters reagierte Le Pen auf dessen Weigerung, den Vorsitz einer von ihm gegründeten politischen Vereinigung aufzugeben. Philippot hatte Les Patriotes vor der Parlamentswahl im Juni gegründet. Sie sieht sich selbst als Gesprächsplattform innerhalb der Partei. Kritiker warfen Philippot aber vor, er habe Les Patriotes als Machthebel in den parteiinternen Streitigkeiten bei der FN einsetzen wollen.

Spannungen gibt es in der Partei schon seit längerem. Le Pen hatte im Stichentscheid der Präsidentenwahl im Mai deutlich gegen ihren sozialliberalen Rivalen Emmanuel Macron verloren. Eine TV-Debatte mit Macron vor der Wahl geriet für Le Pen zum Debakel und führte auch im eigenen Lager zu Debatten. Bei der Parlamentswahl im Juni erreichte die Partei nur acht Abgeordnetensitze.