Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat einen Ausbau des Militärs und des Raketenprogramms seines Landes angekündigt. "Wir werden unsere militärischen Fähigkeiten stärken, die zur Abschreckung notwendig sind", sagte Ruhani in einer Fernsehansprache. "Wir werden nicht nur unsere Raketen, sondern auch unsere Luft-, Land- und Seestreitkräfte stärken."

Wenn es um die Verteidigung des Landes gehe, "werden wir niemanden um Erlaubnis fragen", sagte Ruhani. Er äußerte sich am Jahrestag des Beginns des ersten Golfkrieges zwischen den Nachbarländern Iran und Irak im Jahr 1980.

Iran war am Mittwoch zu Beginn der Generaldebatte der UN-Vollversammlung scharf von US-Präsident Donald Trump attackiert worden. Trump hatte das Land in seiner ersten Rede bei der UN-Vollversammlung als "ausgebrannten Schurkenstaat, dessen Hauptexporte Gewalt, Blutvergießen und Chaos sind", bezeichnet. Das unter seinem Vorgänger Barack Obama geschlossene Atomabkommen mit dem Iran sei peinlich und einseitig, so Trump. Er deutete außerdem an, die Vereinigten Staaten könnten aus dem 2015 geschlossenen Abkommen aussteigen.

Macron fordert Ergänzung des Atomabkommens

Die US-Regierung fand zumindest partielle Unterstützung durch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Dieser bezeichnete einen möglichen US-Ausstieg aus dem Abkommen zwar als "schweren Fehler", plädierte aber dafür, das Abkommen zu ergänzen. Die Vereinbarung sei "gut", müsse aber durch "zwei oder drei Säulen" verstärkt werden. Konkret forderte Macron, Einschränkungen für die Entwicklung ballistischer Raketen einzubauen.

Irans Präsident Ruhani hatte vor den Vereinten Nationen versichert, sein Land halte sich an das Abkommen zur Begrenzung des Atomprogramms. Der Iran sei "nicht unehrlich", sagte Ruhani bei der Vollversammlung in New York. Er lasse sich aber auch nicht drohen, so Ruhani.

Die US-Regierung muss dem Kongress alle 90 Tage mitteilen, ob der Iran die Auflagen des Atomabkommens erfüllt. Unter Trump hat sie dies bereits zwei Mal getan. Die nächste Frist läuft am 15. Oktober ab. Trump und andere US-Politiker hatten zuletzt immer wieder angedeutet, dass die USA die Vereinbarung verwerfen könnten.