Der neuerliche Raketentest des Iran stellt nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump das internationale Atomabkommen infrage. "Iran hat gerade eine ballistische Rakete getestet, die in der Lage ist, Israel zu erreichen", schrieb Trump beim Kurzmitteilungsdienst Twitter. "Sie arbeiten zudem mit Nordkorea zusammen. Wir haben kein gutes Abkommen!"

Auch aus Israel kam scharfe Kritik an dem Test. Als "Provokation" und "Herausforderung der USA und ihrer Verbündeten" bezeichnete Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman den Raketentest. Der deutsche Außenminister Gabriel sagte, Deutschland und Europa seien weiter dafür, das von US-Präsident Donald Trump abgelehnte Nuklearabkommen aufrechtzuerhalten. Der Iran halte sich bislang strikt an die Verpflichtungen aus dem Vertrag. Der Raketentest verstoße allerdings gegen eine andere Resolution des UN-Sicherheitsrats.

Der Iran hatte nach eigenen Angaben am Samstag eine neue Mittelstreckenrakete getestet. Das Staatsfernsehen meldete, der Test sei "erfolgreich" verlaufen und zeigte undatierte Bilder vom Start und Flug der neuen Choramschahr-Rakete. Laut Luftwaffengeneral Amir Ali Hadschisadeh kann die Rakete mit mehreren Sprengköpfen bestückt werden. Zugleich betonte Teheran, dass die Waffen nicht mit atomaren Sprengkörpern ausgerüstet werden könnten und eine maximale Reichweite von 2.000 Kilometern hätten. Irans Regierung vertritt den Standpunkt, dass die Tests das Abkommen weder gegen das Atomabkommen noch gegen die UN-Resolution verstoße.

Alle Beteiligten des Atomabkommens, auch die USA, bescheinigen dem Iran bisher, das Abkommen formal einzuhalten, mit dem Teheran auf die Entwicklung von Kernwaffen verzichtet. Die amerikanische Regierung hält die Vereinbarung jedoch für schlecht, weil es den Iran nicht vor einer weiteren Destabilisierung der Region abhalte.

Trump muss dem US-Kongress am 15. Oktober mitteilen, ob er an dem Atomabkommen festhalten will. Am Mittwoch hatte der US-Präsident erklärt, er habe bereits seine Entscheidung getroffen, sei aber noch nicht bereit, diese zu preiszugeben.