Nairobi - Neuwahlen in Kenia Das oberste Gericht in Kenia hat den Wahlsieg des Präsidenten Uhuru Kenyatta für ungültig erklärt. Es ordnete Neuwahlen binnen 60 Tagen an. © Foto: Baz Ratner/Reuters

Kenias oberstes Gericht hat die Präsidentenwahl vom 8. August annulliert. Der Vorsitzende Richter Justice Marsha gab in Nairobi bekannt, dass das Gericht eine Wiederholung der Wahl angeordnet hatte. Unregelmäßigkeiten und Rechtsverstöße hätten die Wahl belastet.

Amtsinhaber Uhuru Kenyatta war von der Wahlkommission mit 54 Prozent der Stimmen zum Sieger erklärt worden. Der Oppositionsführer Raila Odinga hatte gegen das offizielle Ergebnis Beschwerde eingelegt und von Wahlmanipulation gesprochen. Der 72-jährige Odinga kandidierte bereits zum vierten Mal. Zwischen 2008 und 2013 war Odinga kenianischer Regierungschef.

Es sei "ein sehr historischer Tag für das kenianische Volk und darüber hinaus für die Menschen in Afrika", sagte Odinga nach dem Urteil. Schon vor vier Jahren hatte er gegen seine Wahlniederlage gegen Kenyatta Einspruch eingelegt, war damals aber abgewiesen worden.

Von den sechs Richtern des Obersten Gerichts gaben vier der Petition Odingas statt, zwei votierten dagegen. Odinga zufolge sollen die elektronischen Auszählungsergebnisse von Hackern zugunsten Kenyattas manipuliert worden sein. Nach Angaben der Wahlkommission gab es einen Hacker-Angriff auf das Computersystem für die Wahl, der aber gescheitert sei. Internationale Beobachter sagten, sie hätten keine Einflussnahmen bemerkt. Allerdings wurde der Leiter des elektronischen Wahlsystems vor der Abstimmung tot und mit Folterspuren am Körper aufgefunden.

Nach der Wiederwahl von Präsident Kenyatta, der seit 2013 regiert, war es in Kenia zu Ausschreitungen gekommen. Bei den Protesten wurden mindestens elf Menschen getötet. Auch nach der Präsidentschaftswahl 2007 hatte es heftige Ausschreitungen gegeben. Damals verlor Odinga ebenfalls die Wahl, woraufhin seine Anhänger auf die Straße gingen. Mehr als 1.000 Menschen kamen bei Kämpfen unterschiedlicher ethnischer Gruppen ums Leben.