Die Palästinenser sind verärgert über Aussagen des US-Botschafters in Israel. Für Aufregung sorgte David Friedman mit Kommentaren zur israelischen Besetzung des Westjordanlands und zu den jüdischen Siedlungen. "Sie (die Israelis) besetzen nur zwei Prozent des Westjordanlands", sagte er in einem Interview mit der israelischen Nachrichtenseite Walla.

Die Kommentare widersprechen der US-Politik der vergangenen Jahrzehnte im Nahen Osten. Israels Siedlungen werden von den Palästinensern, aber auch von weiten Teilen der internationalen Gemeinschaft als illegal angesehen – und als Hindernis für Frieden. Israel bestreitet die Vorwürfe und betont, dass das Schicksal der Siedlungen mit den Palästinensern verhandelt werden müsse.

Friedman äußerte sich nicht darüber, ob die Siedlungen in einem Friedensabkommen entfernt werden müssten. "Ich glaube, dass die Siedlungen Teil von Israel sind", sagte er in dem Interview.

In einem Video, dass er auf Twitter teilte, sagte Nabil Schaath, ein Berater von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, zu den Aussagen Friedmans: Der US-Botschafter habe "absolute Unkenntnis von Fakten des Gesetzes und der Position der Vereinigten Staaten" gezeigt. Friedmans Äußerungen seien "sehr schlechte Nachrichten für die Zukunft irgendeines amerikanischen Versuchs, Frieden im Nahen Osten zu schließen". Saeb Erekat, ranghoher palästinensischer Unterhändler, bezeichnete Friedmans Kommentare als "falsch und irreführend".

Friedman war Trumps Insolvenzanwalt

Friedman ist der ehemalige Insolvenzanwalt von Donald Trump. Er ist Teil eines Teams des US-Präsidenten, das sich um die Wiederaufnahme israelisch-palästinensischer Friedensverhandlungen bemüht. Zum Botschafter in Israel wurde er in diesem Jahr ernannt. Die Wahl Friedmans war umstritten, Demokraten und einige jüdische Gruppen waren dagegen.

Israel hatte das Westjordanland im Krieg 1967 besetzt. Das Land verfügt über die volle Kontrolle in 60 Prozent des Gebietes. Die Palästinenser besitzen begrenzte Autonomie in den restlichen 40 Prozent. Sie verlangen das Westjordanland als Teil eines künftigen Staats.