Myanmar - UN verurteilt Gewalt gegen Rohingya Die Vereinten Nationen haben die Regierung Myanmars aufgefordert, die »brutale Militäroperation« zu beenden. Mehr als 300.000 Rohingya sind bereits vor den Kämpfen geflohen. © Foto: Dan Kitwood/Getty Images

Die UN haben das Vorgehen Myanmars gegen die muslimische Minderheit der Rohingya verurteilt. "Die Situation scheint aus einem Lehrbuch für 'ethnische Säuberungen' zu stammen", sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Seid Raad al-Hussein. Die Regierung von Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi müsse die "brutale Militäroperation" beenden, die Verantwortung für die Gewalt übernehmen und die "schwere und weit verbreitete Diskriminierung" der Rohingya einstellen.

Die Armee geht seit Wochen gegen aufständische Rohingya vor. Menschenrechtler berichteten, dass die von der Regierung zu "Terroristen" erklärten Rebellen mit schweren Waffen, Kampfhubschraubern und Landminen bekämpft würden. Betroffen sei auch die Zivilbevölkerung. Hunderte Menschen wurden getötet, nach UN-Angaben flohen fast 300.000 Rohingya ins Nachbarland Bangladesch. Zehntausende überquerten weiter täglich die Grenze, berichtete das Flüchtlingshilfswerk UNHCR.

Die Regierung von Bangladesch hat weitere Grundstücke bereitgestellt, um die Geflüchteten unterzubringen: Auf den knapp 810 Hektar nahe dem Flüchtlingslager Kutupalong sollten zeitweise Unterkünfte für Neuankömmlinge errichtet werden, teilte das Innenministerium mit. Die Flüchtlinge sollten jetzt auch registriert werden.

International steigt der Druck auf die Friedensnobelpreisträgerin und De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi, die Gewalt zu beenden. Beobachtern wird der Zugang zu den Konfliktzonen verweigert. Die Offensive hatte am 25. August nach Angriffen einer Rohingya-Rebellengruppe auf Polizei- und Militärposten in Myanmars Bundesstaat Rakhine begonnen.

Die muslimischen Rohingya gelten als eine der am meisten verfolgten Minderheiten der Welt. Weite Teile der buddhistischen Mehrheit in Myanmar betrachten sie als illegale, staatenlose Einwanderer aus Bangladesch, obwohl viele Rohingya schon seit Generationen in Myanmar leben.