Syrische Soldaten haben nach Angaben des russischen Militärs rund 85 Prozent des Territoriums in dem Bürgerkriegsland unter ihre Kontrolle gebracht. Nun müssten die syrischen Regierungskräfte nur noch geschätzte 27.000 Quadratkilometer von Extremisten befreien, sagte Generalleutnant Alexander Lapin auf dem Luftwaffenstützpunkt Hmeimim nahe der syrischen Küstenstadt Latakia.

Russland hat die Offensive des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad gegen Extremisten der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) seit 2015 mit Luftangriffen und Ausrüstung unterstützt und damit den Krieg maßgeblich beeinflusst. In den vergangenen Wochen hat die syrische Armee weitere Unterstützung aus dem Iran bekommen. So haben sie nach eigenen Angaben IS-Extremisten aus der zentralsyrischen Provinz Homs nahe der Grenze zum Libanon vertrieben.

Die an der Seite Assads kämpfende libanesische Hisbollah-Miliz verkündete gar den Sieg in dem mehr als sechs Jahre andauernden Krieg. "Es gibt nur noch vereinzelte Gefechte", zitierte die Zeitung Al-Akhbar Hisbollah-Chef Sajjed Hassan Nasrallah. Die Hisbollah wird vom Iran unterstützt und kämpft mit mehreren Tausend Mann aufseiten der syrischen Regierungstruppen. Präsident Assad hatte in einer Fernsehansprache im August erklärt, der Sieg zeichne sich ab, der Kampf sei aber noch nicht zu Ende.

Weitere Kämpfe in Dair as-Saur

Die Kämpfe konzentrieren sich derzeit auf die ölreiche Provinz Dair as-Saur im Osten Syriens. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dort seien nicht nur IS-Extremisten, sondern auch mindestens 28 Zivilisten getötet worden. Die Beobachtungsstelle, deren Angaben nicht unabhängig bestätigt werden können, jedoch in Syrien gut vernetzt und informiert ist, machte russische Jets und Flugzeuge der US-geführten internationalen Koalition für den Tod der Zivilisten verantwortlich.

So seien bei der russischen Bombardierung eines Flüchtlingslagers in der Nacht zum Dienstag nordwestlich der Stadt Dair as-Saur 16 Menschen getötet worden. Flugzeuge der US-Koalition töteten demnach nordöstlich von Dair as-Saur zwölf Mitglieder einer Familie. Die Beobachtungsstelle teilte weiter mit, insgesamt seien seit Sonntag bei Angriffen Russlands und der internationalen Koalition 84 Zivilisten getötet worden: 69 durch russische Angriffe und 15 durch Bomben des internationalen Anti-IS-Bündnisses.

Offiziell unterstützt Russland im Osten des Kriegslands die syrischen Regierungskräfte bei ihrem Kampf gegen den IS. Die US-Koalition kämpft an der Seite eines von Kurden angeführten Bündnisses, das ebenfalls gegen die Extremisten vorgeht.

AFP/Getty
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