Russland, der Iran und die Türkei haben sich auf die Einrichtung von Deeskalationszonen in der nordsyrischen Provinz Idlib geeinigt. Das teilte die türkische Delegation bei den Syrien-Gesprächen im kasachischen Astana mit. Demnach gibt es eine Übereinkunft zu den Grenzen eines solchen Gebiets, meldete die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Noch werde darüber verhandelt, wessen Soldaten in Idlib stationiert werden sollten. 

Die Region wird gegenwärtig von der radikal-islamischen Nusra-Front kontrolliert. Die Einrichtung der Zonen wird bereits länger diskutiert. Am Donnerstag hatte der russische Unterhändler Alexander Lawrentjew von einer kurz bevorstehenden Einigung berichtet. Lawrentjew zufolge sollen Militärpolizisten die Gebiete und vor allem ihre Grenzen überwachen. In den Gebieten soll auch eine Feuerpause gelten.

In drei der Zonen sind russische Kräfte bereits aktiv: in Homs im Zentrum des Landes, in der Region Ost-Ghuta bei Damaskus und in einem Gebiet im Süden Syriens.    

Die derzeitigen Verhandlungen in Astana sind die sechste Runde der dortigen Friedensgespräche. Parallel dazu gibt es Verhandlungen unter Vermittlung der UN in Genf. Die Gespräche in Astana konzentrieren sich offiziell auf militärische und technische Fragen, in Genf geht es um die politischen Aspekte.

Der Krieg in Syrien hatte im März 2011 begonnen. Seit September 2015 kämpft Russland an der Seite der syrischen Armee, seit August 2016 greift auch die Türkei militärisch in den Krieg ein. Zuvor, im September 2014, hatten sich bereits die USA und mehrere arabische Staaten zu einer Militärkoalition zusammengeschlossen. Sie greifen in Syrien und im Irak Ziele der Terrormiliz "Islamischer Staat" an.

Die Verhandlungen in Kasachstan hatten im Januar begonnen. Dort nehmen auch Vertreter der syrischen Regierung und einiger Rebellengruppen an den Gesprächen teil. Der Iran und Russland stehen hinter dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad. Die Türkei dagegen unterstützt einige Rebellengruppen.

AFP/Getty
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